Immobilien Magazin

Der Markt wächst jetzt zusammen

Die im Vorjahr erwartete Marktkonzentration rückt immer näher. Das beweist zumindest das Plattformranking in Zusammenarbeit mit IMABIS.

Autor: Charles Steiner

Der Kampf um die Marktanteile für Immobilienplattformen ist enorm. Vor allem, seit vor drei Jahren ImmobilienScout24 den Mitbewerber Immobilien.net und jüngst zudem immodirekt.at übernommen und Bazar.at immmo.at erworben hat, schreitet die seit Jahren prognostizierte Marktkonzentration weiter fort. Unnötig zu erwähnen, dass die großen Player die meisten Marktanteile aufweisen und kleinere eher im regionalen Bereich reüssieren können. Das zumindest lässt sich aus dem Plattformranking der IMABIS herauslesen. "Langsam aber sicher wächst der Markt der Immobilienportale zusammen. Willhaben.at schafft es trotz des bereits sehr hohen Marktanteils nach wie vor von Jahr zu Jahr zu wachsen. Auch der Scout24 Gruppe gelingt mit dem neu erworbenen Portal immodirekt.at und ihren bestehenden Portalen immobilienscout24.at und immobilien.net neues Wachstum, was sicherlich auch in Verbindung mit ihrer Akquisitionsstrategie und den Synergieeffekten zwischen den Portalen und Kunden steht", sagt Roland Schmid, Geschäftsführer des Datendienstleisters IMABIS GmbH. Gemessen wurde die Anzahl an aktiven Inseraten je Plattform (siehe Infokästen).

Eigene Quellen inkludiert

Zusätzlich zu den Daten, die uns freundlicherweise die IMABIS GmbH geliefert haben, hat das Immobilien Magazin selbst eine Umfrage unter Maklern, Bauträgern und Hausverwaltern gestartet und wollten wissen, welche Plattformen sie kennen, welche sie nutzen und vor allem, wie zufrieden sie mit mehreren definierten Faktoren sind. Somit basiert das Ranking einerseits auf der Anzahl an Inseraten, andererseits auf dem Feedback jener, die sie nutzen. Die Konzentration erscheint aufgrund der relativ hohen Plattformdichte in Österreich durchaus logisch. Besonders der Bekanntheitsgrad entscheidet in diesem Zusammenhang über Marktanteile. Entsprechende Investitionen in die Außenwahrnehmung sollten daher nicht unterschätzt werden. Hinzu kommt noch die Usability für den Nutzer - diese muss permanent weiterentwickelt werden. Auch der Kontakt zu den Kunden muss gepflegt werden.

Willhaben.at

Weiter ausbauen konnte willhaben.at mit mehr als 85.000 aktiven Inseraten, wie IMABIS angibt. Nimmt man unsere Umfrage hinzu, ist das kein Wunder: Mehr als 80 Prozent der Teilnehmer gaben an, die Marke zu kennen - und 71 Prozent nutzen sie auch. Auch gaben die Benützer Bestnoten an, was Quantität der Anfragen wie Qualität der Objekte und Optik der Plattform betrifft. Judith Kössner, Leiterin Immobilien bei willhaben.at kommentiert das so: "Das freut uns wirklich sehr! Dieses Ranking spiegelt für uns die gute Zusammenarbeit mit unseren Kunden über Jahre hinweg wider. Was ist das Geheimnis? Wir erarbeiten Gesamtkonzepte und -lösungen für und mit unseren Kunden, um deren Erfolg noch weiter zu steigern und behalten die Zukunft und wichtige Trends im Auge. Diese fruchtbare Zusammenarbeit auf Augenhöhe zeigt sich aus meiner Sicht auch in diesem Ranking - gepaart mit der Zufriedenheit unserer Kunden."

ImmobilienScout24

Mit mehr als 68.000 Inserenten gehört auch die Scout-Gruppe zu den großen Playern, die auch eine entsprechende Markenbekanntheit aufweisen. Der Umfrage des Immobilien Magazins zufolge kennen fast 84 Prozent der Teilnehmer die Marke, gut 72 Prozent nutzen sie. Das spiegelt sich auch in der Quantität der Anfragen wieder, die von den österreichischen Maklern, Bauträgern und Hausverwaltern als überdurchschnittlich gut befunden wurde, genauso wie die Quantität der Anfragen. Auch bei der Optik gab es sehr gute Werte, Bestnoten gab es Bekanntheitsgrad und Nutzungsverhalten.

FindMyHome.at

Bei der Anzahl der Inserate ist FindMyHome laut Zahlen der IMABIS auf gleichem Level hochgeblieben. Bei der Umfrage des Immobilien Magazins ist dafür einerseits die Marke bei über 71 Prozent der Teilnehmer bekannt, fast jeder Zweite benützt sie auch. Bei Qualität der Anfragen sowie bei der Optik gab es sogar Bestnoten, bei Abschlussquote und bei Benutzerfreundlichkeit gabe es gute Noten. Besonders das äußere Erscheinungsbild wird als sehr gut bewertet. Bernd Gabel-Hlawa, Gründer von FindMyHome.at: "Wir freuen uns sehr, dass unsere Philosophie Qualität, Innovation und Sympathie immer wieder bei Umfragen und Bewertungen sowohl kundenseitig als auch userseitig bestätigt werden."

immowelt.at

Einen großen Sprung nach oben, was die Inserate betrifft, hat immowelt.at hingelegt. Über 50.000 Schaltungen hat IMABIS gemessen. Mit ein Grund dürfte auch die Fusion von Immowelt und Immonet in Deutschland gewesen sein, die vor zwei Jahren stattfand. Laut unserer Umfrage kennen mehr als 65 Prozent die Marke und jeder dritte Teilnehmer benützt sie auch. Besonders bei der Optik und bei der Abschlussquote bescheinigen die Teilnehmer immowelt.at eine gute Performance. Markenbildung ist auch für den Immowelt-CEO Carsten Schlabritz wichtig, denn nur so kann man als Plattform auch erfolgreich sein.

Wohnnet

Zu den größeren Playern bei den österreichischen Plattformen gehört auch Wohnnet, bei dem IMABIS knapp 40.000 Inserate gemessen hat. Diese Marke ist bei den Teilnehmern unserer Umfrage auch bei über 67 Prozent bekannt, knapp 40 Prozent nutzen sie auch. Was die Teilnehmer an Wohnnet besonders schätzen, ist die hohe Abschlussquote, die Optik sowie die Qualität der Objekte. Diese Punkte wurden überdurchschnittlich gut bewertet. Den besten Wert erzielte Wohnnet bei Preis-Leistung.

Immobilien.net

Fast 62.000 Inserate hat IMABIS im Vorjahr bei Immobilien.net geortet, damit hat das Portal die am dritthöchste Anzahl in Österreich. Fast Drei Viertel der österreichischen Nutzer kennen die Marke auch, 44 Prozent nutzen sie, um ihre Objekte zu vermarkten. Dort wird besonders die Qualität der Anfragen geschätzt und auch die Qualität der Objekte. Auch die Optik wird von den österreichischen Nutzern als gut befunden.

derstandard.at

Fast 42.000 Inserate wurden auf derstandard.at im Vorjahr gezählt. Eine Immobilienplattform in eine Onlinetageszeitung zahlt sich offenbar aus. Fast 80 Prozent kennen die Marke und mehr als jeder Zweite benützt sie auch. Besonders die Qualität der Anfragen wurde von Teilnehmern der Immobilien Magazin-Umfrage überdurchschnittlich gut bewertet, genauso wie die Qualität der Objekte.

Zoomsquare

Von IMABIS gibt es zu Zoomsquare zwar keine Daten, bei unseren Erhebungen ist das junge Startup-Portal allerdings nur sehr knapp unter die Top-Ten gerutscht. Die Markenbekanntheit liegt bei immerhin 44,7 Prozent, das ist für ein Unternehmen, das noch nicht solange am Markt ist, durchaus beachtlich. Mehr als 11 Prozent nutzen die Plattform. Besonders geschätzt wird hierbei das Preis-Leistungsverhältnis sowie die Optik und Qualität der Objekte, wo es ebenfalls durch die Bank sehr gute Bewertungen gegeben hat.

immokurier.at

Auch hier kennen laut unseren Erhebungen aber mehr als die Hälfe (54 Prozent) die Marke, ein Viertel der Teilnehmer nutzt sie auch. Die Optik und die Qualität der Anfragen werden dabei als gut bewertet, einen sehr guten Wert gab es beim Punkt Benutzerfreundlichkeit. Zwar nicht ganz so bekannt als derstandard.at dürfte immokurier.at ebenfalls von der Reichweite der Onlinetageszeitung profitieren.

Das Plattformranking können Sie hier als PDF downloaden.

Unsere Umfrage - Die Methoden

Parallel zu den Daten von IMABIS hat das Immobilien Magazin eine Onlineumfrage durchgeführt, die über den immoflash beworben wurde. 168 Teilnehmer haben daran teilgenommen, 154 gaben an, die abgefragten Plattformen zu benutzen. Aufgenommen in die Umfrage wurden alle in Österreich gängigen Plattformen. Befragt wurden die Teilnehmer nach Bekanntheit und nach Nutzungsverhalten. In unserer Umfrage wurden zudem Plattformen angegeben, die nicht im IMABIS-Ranking erhoben wurden. Wie in den Balkendiagrammen ersichtlich, wurden daraus die Top-Ten gerankt. Zu den jeweiligen Plattformen haben wir nach einem Schulnotensystem Quantität der Anfragen, Qualität der Anfragen, Abschlussquote, Qualität der Objekte, Preis/Leistungsverhältnis, Benutzerfreundlichkeit und Optik erhoben. Was sich hier herauskristallisiert hat: Sehr viele aus der Branche verwenden mehrere Plattformen, um ihre Objekte zu vermarkten - deshalb auch, um offenbar eine größere Breitenwirkung zu erzielen. Wie sich das auf die Abschlussquote auswirkt, konnte nicht erhoben werden.

Zur Auswertung der IMABIS-Daten

Die vorliegenden Auswertungen basieren auf den von in Imabis eingebuchten Inseraten nach Analyse und vordefinierter Filterung. Die Auswirkung der von Imabis gesetzten Filter ist jedoch individuell vom Portal abhängig (so hat beispielsweise ein Portal einen wesentlich höheren Anteil an Auslandsobjekten als andere Portale). Ebenso weisen manche Plattformen eine hohe Datenkonsistenz auf, andere eine geringere. Bei Portalen mit hoher Datenkonsistenz sind mögliche Abweichungen entsprechend geringer. Eine hohe Datenkonsistenz führt zu deutlich geringerem manuellen Aufwand, was wiederum die Genauigkeit erhöht. Abweichungen können aber auch entstehen, wenn es zu Änderungen auf den Immobilienportalen kommt, die von Imabis erst in Folge angepasst werden können. Um dem bestmöglich entgegenzuwirken, hat Imabis das Datendelta der tatsächlich gefundenen Angeboten mit den eingebuchten Inseraten über längere Zeiträume täglich pro Plattform ausgewertet und kann somit statistische Werte portalspezifisch zu diesen Abweichungen erstellen und berücksichtigen.

Methodik - Der Datenerhebung

Die Imabis GmbH erhebt und durchsucht dabei aktuelle Immobilieninserate auf Onlineplattformen mit dem Ziel eines qualitativen Gesamtüberblicks. Imabis hat seit dem Produktlaunch am 14.01.2013 bis zum 18.05.2017 in Österreich über 13 Millionen unterschiedliche Inserate von den genannten Plattformen erfasst und analysiert. Derzeit identifziert Imabis pro Tag im Durchschnitt 1.511 neue Objekte in Österreich und analysiert 9.372 Inserate. Nach Analyse der einzelnen Angebote werden nicht verwertbare oder den definierten Qualitätsstandards ungenügende Inserate für das Produkt Imabis ausgefiltert. Das betrifft in erster Linie Inserate ausländischer Objekte, aber auch Anzeigen, die inkonsistente Daten in Ihren „Hardfacts“ aufweisen, wie beispielsweise das Fehlen von Preisinformationen oder das grundsätzliche Defizit von Objektmerkmalen (z.B. Angaben zu Standort, Preis, Flächen) anhand derer Imabis die Inserate eindeutigen Objekten zuordnet und zusammenführt. Insbesondere werden von expliziten Versteigerungsinseraten und Suchanzeigen für etwa Zinshäuser oder Baugrundstücke bis hin zu Jobinseraten, die auf Immobilienplattformen als Immobilieninserate geschalten werden, ausgefiltert, wenn diese als solche gekennzeichnet sind. Es kann dennoch aufgrund von technischen und manuellen Prozessen zu geringen Unschärfen kommen.