Immobilien Magazin

Wohnbau als Plan B für Ekazent-Liegenschaften

Anfang des Jahres übernahmen Invester United Benefits und die UBM das Ekazent-Immobilienportfolio mit Miet- und Baurechten von der UniCredit Bank Austria im Rahmen eines Joint Ventures. Recherchen des immo7 haben ergeben, dass auf den Flächen der Nahversorger-Einkaufszentren ergänzend auch der Bau von günstigen Mietwohnungen in Betracht gezogen wird.

Autor: Stefan Posch

Im Anlageprospekt 2017-2022 der UBM wird das geplante Teilprojekt "Initiative leistbares Wohnen (ILW)" genannt, das die 27 Ekazent-Liegenschaften in Wien und jene in Schwechat umfassen soll. Umfangreiche Pre-Development Maßnahmen würden laut dem Prospekt bis 2019 erfolgen. Die Fertigstellung und Verkauf seien für 2021 bis 2025 vorgesehen.

Franz Kollitsch, Mitgründer von Invester United Benefits und Claus Stadler, Generalbevollmächtigter der UBM, relativieren bei einem Gespräch mit dem immo7 die Angaben im Anlageprospekt. "In erster Linie haben wir ein Ertragsportfolio eingekauft. Der Fokus liegt jetzt einmal darauf, mit dem Know-how im Handelsbereich dieses Bestandsportfolio zu optimieren, um für die Anrainer ein vernünftiges Angebot zu schaffen", erklärt Stadler. "Wenn wir unsere Handelsflächen attraktivieren und Leerstände reduzieren, sind wir voll im Businessplan", ergänzt Kollitsch. "Aber warum soll man dort, wo es absolut naheliegend ist, nicht verdichten", so der Invester-Gründer weiter. Zuerst müsse es aber den politischen Willen geben. Wenn dieser da sei, werde man das diskutieren und anschauen. "Aber das ist nicht Teil unseres Businessplans", betont Kollitsch.

"Selbst wenn die Stadt jetzt zur Einschätzung käme, dass sie da oder dort Umwidmungen macht, ist das ein Prozess, der fünf bis sieben Jahre dauert. Deswegen müssen wir das Handelsportfolio jetzt sowieso ordentlich sanieren und die Leerstände wegkriegen", so Kollitsch, der das gerade erst sanierte Hanssonzentrum bei der neuen U1-Station Alaudagasse als Positivbeispiel nennt.

"Da wir in Wien diesen Rückstau an Wohnungen haben, sehen wir es auch als soziale Verantwortung in verdichteten Gebieten zumindest zu prüfen, welche Möglichkeiten wir haben. Deswegen gehen wir zumindest in den Diskurs, ob hier wechselseitiges Interesse besteht", so Kollitsch. Tiefergehende Gespräche mit der Stadt seien aber bis dato noch nicht erfolgt. Eine "Betrachtung, wo man dann weiß, wohin die Reise geht", sei erst für 2018 realistisch, erklärt Stadler. Aktuell habe man keinen konkreten Zeitplan. Zudem werde es bei den unterschiedlichen Liegenschaften einen unterschiedlichen Zeithorizont geben. Bei etwaige Neubauten würden die Handelsflächen integriert und somit bestehen bleiben, versichert der UBM-Vorstand. "Dieser Plan B hat bei uns in der Zeitachse nicht die allerhöchsten Priorität. Da haben wir kein Stress", sieht auch Kollitsch keinen unmittelbaren Handlungsbedarf.

Das ganze Interview mit Franz Kollitsch und Claus Stadler lesen Sie in der Novemberausgabe des Immobilien Magazin.