Immobilien Magazin
Thomas Malloth

Der Triathlet

Die Kolumne von Thomas Malloth

Vor ein paar Tagen bin ich in einer sehr wichtigen und bedeutsamen Besprechung gesessen und ein Freund, jahrzehntelang in der Immobilienwirtschaft an vorderster Front tätig, er verdient mit vollem Recht als "Doyen" bezeichnet zu werden, sagt mitten in unsere wohnrechtliche Diskussion: "Wisst Ihr: Das Wichtigste ist der Frieden im Haus". Ich habe diesen Satz nicht gleich so beachtet aber als ich dann im Ringwagen saß, ist er so richtig in mein Hirn geschossen und hat mich gefesselt. Ich begann zu suchen und fand:

"Frieden" kommt vom althochdeutschen "Fridu" - Schonung oder Freundschaft. Er ist ein allgemeiner Zustand zwischen Menschen und sozialen Gruppen, auch zwischen Mietern und Vermietern, in dem bestehende Konflikte ohne Gewalt ausgetragen werden. Somit schützt Frieden auch das Privateigentum, wir kennen Begriffe wie "Hausfriedensbruch" und Grundstücke werden "eingefriedet". Frieden ist aber nicht nur die Abwesenheit von Krieg, sondern ein aktiver Prozess dessen Grundlage die Empathie als Bereitschaft sich in den anderen einzufühlen ist. Friede ist nicht sofort da und selbstverständlich, er muss gestiftet werden, was im Latein seinen Ausdruck darin findet, dass der Wortstamm von "pax"-"pangere" - "einen Vertrag schließen" ist. "Schalom" - der zentrale Gruß des Judentums bedeutet "im Frieden", "sicher sein" und ist eng mit dem arabischen "As-salamu 'aleikum" - "der Friede sei mit Euch" verwandt. Auch Marx sah im Frieden einen anzustrebenden Zustand, der dann eintreten wird, wenn der Klassenkampf gegen diejenigen beendet ist, die als Mächtige und Herrschende ihre Macht festigen wollen. Als ich bei der Oper ausgestiegen bin, fast hätte ich die Haltestelle versäumt, dachte ich bei mir: In einer transparenten, voll informierten Gesellschaft kann und darf unser Weg, wie hart die politische Diskussion auch sein mag, nur jener der Gewaltlosigkeit sein. Es darf nicht um Bestrafung sondern um Belohnung gehen, Regeln dienen nur dazu die Freiheit JEDES einzelnen zu sichern. All jenen, die heute die mietrechtliche Diskussion anheizen und ideologisieren möchte ich die Worte des weisen Doyens ans Herz legen: "Das Wichtigste ist der Friede im Haus".

meint herzlichst Ihr

Triathlet