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Deutsche Renditen sinken weiter

Bleibt zweitgrößter Immo-Markt nach USA

Autor: Charles Steiner

Das Vertrauen der Investoren in den deutschen Immobilienmarkt ist auch im Corona-Jahr ungebrochen. Einer aktuellen Analyse von CBRE zufolge seien bis zum Ende des dritten Quartals rund 56,2 Milliarden Euro angelegt worden, rund elf Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Damit rangiere man als zweitgrößter Immobilienmarkt nach den Vereinigten Staaten. Interessant dabei ist die Tatsache, dass offenbar immer mehr Secondaries auf dem Radar der Investoren auftaucht - denn rechnet man die deutschen Top-7 allein, ist das Investitionsvolumen um elf Prozent auf 24,2 Millionen Euro zurückgegangen. CBRE führt dies auf ein knappes Angebot an Core-Immobilien zurück. Und: In den zurückliegenden Quartalen seien 106 Transaktionen jenseits der 100 Millionen Euro-Marke registriert worden. Das seien gut 60 Prozent des Gesamtvolumens.

Jan Linsin, Head of Research bei CBRE in Deutschland sieht eine steigende Stimmung bei den Investoren - nach der schwersten Rezession seit dem zweiten Weltkrieg und einer langsamen Erholung: „Diese Zuversicht spiegelt sich auch darin wider, dass selbst in der Hochphase der Corona-Pandemie trotz längerer Prüf- sowie Entscheidungsprozesse die Transaktionen erfolgreich zu Ende gebracht wurden und auch die laufenden Verhandlungen konsequent weiterverfolgt werden. Besonders aktiv sind dabei eigenkapitalstarke, institutionelle Investoren wie offene Immobilienfonds, Immobilienspezialfonds und Versicherungsunternehmen.“ So hätten ausländische Investoren im laufenden Jahr gar mehr investiert als noch im Jahr zuvor. Durch den Nachfrageüberhang und dem Produktmangel im Core- und Core plus-Segment sei ein Corona-Abschlag eher unwahrscheinlich. Im Gegenteil: Die Spitzenrenditen geraten weiter unter Druck.

Dies vor allem bei Büroimmobilien in München und Berlin sowie für moderne Logistikimmobilien, die eine immer stärkere Nachfrage erfahren. Aktuell liegt damit die Spitzenrendite für Logistikimmobilien bei 3,55 Prozent und damit 0,15 Prozentpunkte) unter dem Vorjahreswert. Für Büroimmobilien in den Top-7-Standorten werden in der Spitze Renditen von 2,85 Prozent aufgerufen, wobei die Bandbreite von 2,55 Prozent in München bis 3,10 Prozent in Köln reicht.