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Deutsche Retail-Investments bleiben top

Investmentvolumen im Q3 deutlich höher als 2019

Autor: Stefan Posch

Der deutsche Retail-Investmentmarkts trotzt der Corona-Krise und zeigt sich im dritten Quartal gestärkt. Mit 9,6 Milliarden Euro konnte sowohl das Vorjahresresultat als auch der langjährige Durchschnittswert deutlich um 27 Prozent bzw. 17 Prozent getoppt werden. In Zahlen gesprochen generierten Paketverkäufe rund 5,8 Milliarden Euro (anteilig 61 Prozent), womit in den letzten zehn Jahren nur im Rekordjahr 2015 mehr in Portfolios investiert wurde als im laufenden Jahr. Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate.

„Die Zwischenbilanz des Retail-Investmentmarkts liest sich trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie nach drei Quartalen auf den ersten Blick hervorragend. Hinter diesem Gesamtergebnis verbergen sich jedoch unterschiedliche Entwicklungen, die aktuelle Trends aufzeigen: Während Einzeldeals nach den ersten neun Monaten auf ein unterdurchschnittliches Volumen zurückblicken, kann sich der Retail-Investmentmarkt mit den Portfolios und der Fachmarktsparte auf zwei starke Teilsegmente stützen“, erläutert Christoph Scharf, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate und Head of Retail Services. Erfreulich sei zudem, dass sich Fachmärkte und Fachmarktzentren bisher als krisenresistente Objektart beweisen und mit 5,2 Milliarden Euro bereits zum jetzigen Zeitpunkt den Umsatz aus dem Gesamtjahr 2019 übertreffen.

Die wenigen großvolumigen Einzelverkäufe, die zumeist den Unterschied zwischen hohen und niedrigen Volumina in den Top-Märkten ausmachen, kommen im Resultat der A-Standorte zum Ausdruck: So ist der Umsatz mit 2,7 Milliarden Euro in den wichtigsten Einzelhandelsmetropolen zwar um 14 Prozent gesunken, vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stellt dies jedoch einen relativ moderaten Rückgang dar. Die größten Transaktionen, zu denen die beiden Karstadt-Häuser in Hamburg und das Perlach Plaza in München gehören, kamen hierbei in den letzten Monaten zum Abschluss. Infolgedessen konnten sich München mit insgesamt 650 Millionen Euro und Hamburg mit 527 Millionen Euro den zweiten und dritten Platz hinter Berlin (1,1 Milliarden Euro) sichern. Auch in der Hauptstadt fiel mit dem Schloss-Straßen-Center eine der größten Einzeltransaktion auf das dritte Quartal. Darüber hinaus wurden über 100 Millionen Euro auch in Stuttgart (168 Millionen Euro) und Düsseldorf (142 Millionen Euro) investiert, während Frankfurt und Köln lediglich auf 60 Millionen Euro bzw. Millionen Euro kommen.

Auch 2020 setzen Investoren sowohl bei Unternehmensübernahmen als auch bei Einzel- und Portfoliodeals scheinbar ungebremst weiter auf Fachmärkte und FMZs, die mit knapp 55 Prozent am Gesamtvolumen beteiligt sind. Im Fokus standen darüber hinaus zudem auch Kaufhäuser (23 Prozent), auf die je nach Standort und Objekt in Zukunft teils neue Nutzungen warten. Das Quartett der Objektarten komplettieren die Geschäftshäuser und die Shoppingcenter mit jeweils zwischen 11 und 12 Prozent.