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Deutscher Immo-Markt trotzt Corona

Rund 42 Milliarden Investmentvolumen im ersten Halbjahr

Autor: Charles Steiner

Der deutsche Immobilieninvestmentmarkt zeigt sich von Covid-19 unbeeindruckt. Im ersten Halbjahr seien fast 42 Milliarden Euro in deutsche Immobilien angelegt worden, was einem Anstieg um 34 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres entspricht. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Immo-Dienstleisters CBRE hervor. Auch wenn sich das zweite Quartal aufgrund von Corona mit rund 13,6 Milliarden Euro als sehr verhalten erwiesen hatte, hatten sich großvolumige Deals als sehr dynamisch erwiesen. Trotz des Corona-bedingten Lockdowns und der erst vor Kurzem aufgehobenen Reisebeschränkung, die auch das Durchführen von Transaktionen erschwert haben, wurden 32 Transaktionen ab 100 Millionen Euro mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 7,7 Milliarden Euro registriert.

Besonders aktiv im deutschen Investmentmarkt erweisen sich laut CBRE Offene Fonds wie auch Spezialfonds. Infolge der großvolumigen Unternehmensübernahmen und Portfoliotransaktionen dominierten mit anteilig 35 Prozent des gesamten Transaktionsvolumens Immobilienaktien-gesellschaften/REITs vor Offenen Immobilienfonds/Spezialfonds (16 Prozent) und Asset-/Fondsmanager (15 Prozent).

Die einzelnen Assetklassen haben sich im ersten Halbjahr, speziell im zweiten Quartal, sehr unterschiedlich entwickelt. "Aufgrund der Covid-19-Krise sind vor allem defensive und konjunktur-unabhängige Assetklassen wie Wohnen, aber auch Gesundheitsimmobilien, in Deutschland weiterhin stark nachgefragt", erläutert Andreas Ridder, Managing Director CBRE Österreich & CEE.

Mit 12,8 Milliarden Euro im ersten Halbjahr blieben Büroimmobilien dennoch die am stärksten gehandelte Assetklasse - knapp vor Wohnimmobilien mit 12,5 Milliarden Euro. Die Spitzenrenditen für Büroimmobilien in den Top-7-Städten blieben im Vergleich zum ersten Quartal stabil - auf durchschnittlich 2,89 Prozent. Logistikimmobilien haben mit 3,8 Milliarden Euro im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 43 Prozent zugelegt, sie würden sich als Gewinner der Corona-Pandemie erweisen.

Die von dem Lockdown eher betroffenen Einzelhandelsimmobilien konnten zwar einen Anstieg des Transaktionsvolumens im ersten Halbjahr um 38 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro verzeichnen, davon entfielen jedoch 4,6 Milliarden Euro auf das erste Quartal. Bei Geschäftshäusern und Shopping-Centern stiegen die Renditen aufgrund struktureller Veränderungen und konjunktureller Verwerfungen jedoch.