Immobilien Magazin

Deutschland nimmt Share Deals ins Visier

Wenn es in Deutschland nach der Union, SPD, den Linken und Grünen geht, sollen Share Deals in Zukunft erschwert werden. „Wir wollen das Schlupfloch Share Deal stopfen, so dass die Grunderwerbssteuer, besonders bei großen Immobilientransfers, rechtmäßig gezahlt wird“, so SPD-Bauexperte Bernard Daldrup im Tagesspiegel.

Autor: Sophie Schoeller

Bereits im Juli sprach der hessische Ressortchef Thomas Schäfer (CDU) in der Süddeutschen Zeitung von einer Milliarde Euro, die dem Fiskus durch Share-Deals jährlich entgehen. Auch der bau- und wohnungspolitische Sprecher der Grünen, Chris Kühn, fordert ein Verbot der Share Deals: „Der Markt braucht mehr Regulierung, um Spekulation mit Immobilien unattraktiv zu machen“.

Die deutsche Finanzministerkonferenz hat deswegen die Steuerabteilungsleiter des Bundes- und der Länderfinanzministerien beauftragt, neue Gesetzestexte zu verfassen. Konkret geht es dabei um die Schaffung eines neuen Tatbestands für Kapitalgesellschaften, die Verlängerung der Mindestbeteiligungsfrist des Verkäufers von fünf auf zehn Jahre sowie um die Absenkung des Anteilserwerb von 95 Prozent auf 90 Prozent. Das Bundesministerium soll diese Entwürfe dann in das Gesetzgebungsverfahren einbringen.

Der Deutsche Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) bezieht gegen die Entwürfe eindeutig Position. „Die geplante grunderwerbsteuerliche Verschärfung ist aus gesetzessystematischer Sicht nicht zu rechtfertigen. Die angedachten Verschärfungen erzielen eine überschießende Wirkung, wodurch im Ergebnis nicht nur die Immobilienwirtschaft, sondern alle Wirtschaftszweige betroffen sind. Sie schaffen einen immensen Verwaltungsmehraufwand, wobei sich beim neuen Ergänzungstatbestand für Kapitalgesellschaften verfassungsrechtliche Fragen auftun. Die drohende zusätzliche grunderwerbsteuerliche Belastung, wirkt kontraproduktiv bei dem Bemühen, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen“, so der ZIA zum immo7.