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Dicke Luft zum Tag: Gesundheitsgefährdend

Die 7 Bausünden der schlechten Raumluft

Autor: Gerhard Rodler

Die Luft, die wir in In­nen­räu­men at­men, zählt zu den wich­tigs­ten Ein­fluss­fak­to­ren auf un­se­re Ge­sund­heit. Lei­der wer­den laut der Platt­form "mei­ne Raum­luft" vor al­lem in der Pha­se des Haus­bau­ens oft ka­pi­ta­le Fehl­ent­schei­dun­gen ge­trof­fen.

Bau­sün­de 1: Zu we­nig oder fal­sche Pla­nung – Ge­sun­de Raum­luft be­ginnt mit der rich­ti­gen Raum­pla­nung und der Aus­wahl der Ma­te­ria­li­en. Dazu zäh­len, un­ter an­de­rem an­or­ga­ni­sche Bau­stof­fe wie Zie­gel, Kalk­put­ze, etc., denn die­se be­las­ten das Raum­kli­ma nicht mit Schad­stof­fen wie zum Bei­spiel VOC´s (flüch­ti­ge, or­ga­ni­sche Ver­bin­dun­gen).

Bau­sün­de 2: Zu schnell fer­tig – Hier passt der Spruch: „Has­ten ist das sinn­lo­se Be­mü­hen, ra­scher als die Zeit zu sein.“ Wer has­tet, dem un­ter­lau­fen näm­lich beim Haus­bau oft­mals fa­ta­le Feh­ler. Da­her gilt: Ne­ben der Ver­ar­bei­tungs­zeit müs­sen auch ent­spre­chen­de Trock­nungs­pha­sen ein­ge­plant wer­den. Neu­bau-Feuch­teschä­den ma­chen den über­wie­gen­den Teil al­ler Bau-­schä­den aus. Sämt­li­che Bau­stof­fe müs­sen des­halb vor der Wei­ter­ver­ar­bei­tung rich­tig tro­cken sein.

Bau­sün­de 3: Die Qual der Aus­wahl – Wer viel weiß, muss we­ni­ger glau­ben, da­her gilt: Ho­len Sie in­ten­si­ve Er­kun­dun­gen ein und fra­gen Sie Ex­per­ten, denn für den ge­sun­den Haus­bau braucht es Fach­wis­sen. Vor 100 Jah­ren ist man beim Haus­bau noch mit 20 Bau­stof­fen aus­ge­kom­men – heu­te wer­den über 20.000 Bau­stof­fe und -ma­te­ria­li­en an­ge­bo­ten.

Bau­sün­de 4: Schad­stof­fe durch Luft­dich­tig­keit – En­er­gie­ef­fi­zi­enz steht oft an ers­ter Stel­le. Die luft­dich­te Bau­wei­se führt je­doch zu ei­ner er­höh­ten Schad­stoff­kon­zen­tra­ti­on in den Räu­men, weil häu­fig me­cha­ni­sche Lüf­tungs­an­la­gen mit ent­spre­chend hoch­wer­ti­gen Fil­ter­sys­te­men feh­len be­zie­hungs­wei­se das Lüf­tungs­ver­hal­ten man­gel­haft ist.

Bau­sün­de 5: Oben hui, dar­un­ter pfui – Ne­ben der Ästhe­tik soll­te bei der Aus­wahl des Bo­den­be­la­ges vor al­lem das Nut­zungs­ver­hal­ten des Rau­mes im Fo­kus ste­hen.

Bau­sün­de 6: Ab­dich­tung gro­ßer Flä­chen – Die Wän­de stel­len die „Haut“ ei­nes Rau­mes dar. Wer­den die­se ver­sie­gelt, kann die Dif­fu­si­ons­fä­hig­keit nicht mehr er­hal­ten wer­den. Die Raum­luft wird schnel­ler ver­braucht und rasch als sti­ckig emp­fun­den. Wän­de und Ober­flä­chen soll­ten auf Luft­feuch­tig­keit, Ge­rü­che etc. aus­glei­chend wir­ken.

Bau­sün­de 7: Haupt­sa­che schön – Geht es dann schließ­lich ums Ein­rich­ten, ste­hen meist op­ti­sche Be­lan­ge im Vor­der­grund. Doch auch Mö­bel kön­nen flüch­ti­ge or­ga­ni­sche Ver­bin­dun­gen aus­düns­ten, die rei­zend und manch­mal so­gar gif­tig sein kön­nen. Ob Schrän­ke, So­fas oder Vor­hän­ge – beim Ein­rich­ten soll­te des­halb un­be­dingt auf Ma­te­ria­li­en ge­ach­tet wer­den.