Immobilien Magazin

Die Spiele können beginnen

Einmal im Jahr trifft sich die Branche, beziehungsweise jene, die dazugehören oder dies zumindest wollen, - auch - in München. Warum „Gesichtswäsche“ immer noch so wichtig ist.

Autor: Gerhard Rodler

Es ist soweit: Die Spiele können beginnen. Auch wenn die Expo Real in München, die jetzt im Oktober traditionell ihre Pforten öffnet, nicht mit dem Glamourfaktor einer MIPIM in Cannes mithalten kann und auch sonst nicht wirklich vergleichbar ist: Wenn es nach Besucherzahlen und Größe der Ausstellungsflächen geht, ist die Expo Real zwischenzeitlich die größte europäische Immobilienmesse. Die Frage ist: Wofür braucht es eigentlich noch eine - letztlich auch in München - recht aufwändige Messe in einer Branche, die de facto täglich mittels Nachrichtenmedien, Online-Diensten, aber auch einem extrem dichten Veranstaltungskalender (im Grunde gibt es an jedem Arbeitstag irgendwo im deutschen Sprachraum eine Veranstaltung, die von Interesse oder relevant ist) vernetzt ist? Weil es sichtlich auch darüber hinaus immer noch einen enormen Bedarf an persönlichen Begegnungen und vertrauensbildendem Meinungsaustausch gibt.

Der Punkt ist ja: Es gibt keine andere Branche, wo pro Deal so große Summen im Spiel sind wie in der professionellen Immobilienwelt. Entgegen Österreich - wo sich ein Großteil der gewerblichen Immobilienaktivitäten in Wien abspielt - sind die Aktivitäten in Deutschland über das ganze Land verteilt. Und die Big-7-Städte decken heute längst nur noch einen Teil des deutschen Gewerbeimmobilienmarktes ab. Insofern sind Begegnungszonen wie die Expo Real auch in Online-Zeiten unverzichtbar. Wenn es eine Gefahr für derartige Veranstaltungen gibt, dann ist es lediglich jene, dass die Messen zu groß und damit zu unübersichtlich werden. Denn dann geht irgendwann der wichtigste Aspekt einer derartigen Messe verloren, nämlich jener, dass alle relevanten Entscheidungsträger an einem Ort und während der wenigen Messetage auch irgendwann tatsächlich „greifbar“ sind.

Insofern hat die diesjährige Expo Real ihre „Reiseflughöhe“ bereits erreicht und ein weiteres Wachstum wäre für den Messeveranstalter zwar kurzfristig gut, langfristig aber eine eher negative Entwicklung. Jenen, die sich in diesem Jahr ins Expo Real-Messegetümmel stürzen, wünsche ich jedenfalls erfolgreiche Meetings und viel Erfolg, Ihr Gerhard Rodler