Immobilien Magazin

Die übergeordnete Instanz im Bau

Der Bauträger sorgt von A bis Z organisatorisch und kommerziell dafür, dass ein neues Gebäude überhaupt entsteht.

Autor: Linda Kappel

Der Bauträger ist einer von drei Teilbereichen der von der Gewerbeordnung im Paragrafen 117 geregelten Berufe, die unter den Überbegriff Immobilientreuhänder fallen. Diese Verbindung der drei Teilbereiche äußert sich in gemeinsamen Bestimmungen für die Antrittsvoraussetzungen, in gemeinsamer Interessensvertretung usw. Es ist auch möglich, eine eingeschränkte Gewerbeberechtigung als Immobilientreuhänder zu erlangen, z.B. nur für das Gewerbe Bauträger.

Der Tätigkeitsbereich des Bauträgers umfasst die organisatorische und kommerzielle Abwicklung von Bauvorhaben (Neubauten, übergreifende Sanierungen) auf eigene oder fremde Rechnung sowie die hinsichtlich des Bauaufwandes einem Neubau gleichkommende Sanierung von Gebäuden. Der Bauträger ist auch berechtigt, diese Gebäude zu verwerten. Konkret heißt das, dass der Bauträger insbesondere folgende Tätigkeiten veranlasst bzw. selbst durchführt: Die Grundstücksbeschaffung, die Prüfung der Projektvoraussetzungen, die Projektentwicklung sowie die Entwicklung des Bau- und Nutzungskonzeptes und der Finanzierungskonzeption, die Baureifmachung, das Zusammenstellen und Leiten des Teams der Planer und Baubeschaffenden und der Gesamtprojektleitung und letztlich die Verwertung des Objekts, also die Organisation der Vermietung oder des Verkaufs an Konsumenten, Investoren oder Betreiber.

Natürlich kann sich der Bauträger weiterer Experten und Partner bedienen, etwa wenn es darum geht, komplexe Rechts- und/oder steuerliche Fragen abzuklären, oder er kann Immobilienmakler mit der Verwertung betrauen.

Manchmal werden die Aktivitäten des Bauträgers jenen des Baumeisters gleichgesetzt. Eine klare Abgrenzung ist möglich: Ein Baumeister ist für die technische Planung von Bauvorhaben, die Konzeption der baulichen Grundlagen, die Entwicklung baulicher Lösungen sowie die Abwicklung und Durchführung von Bauvorhaben zuständig. Zu seinen Aufgaben können auch Fragen der Kalkulation und die Optimierung der Bauabläufe gehören. Jedenfalls

kann der Baumeister bei der Ausführung in der Funktion des Generalunternehmers, Generalplaners oder Generalübernehmers durch Betreiber- oder Contractingmodelle den Bauträger in seiner umfassenden organisatorischen und wirtschaftlichen Funktion massiv unterstützen. Der Bauträger ist letztlich die übergeordnete Instanz: Er ist Bauherr und Auftraggeber für die an der Realisierung des Bauwerkes als Auftragnehmer beteiligten Bauschaffenden. Diese können ihrerseits als Subauftraggeber nachgeordnete Gewerke beschäftigen.