immoflash

Die Immotrends 2021

PropTechs durch Corona mehr als ein Hype

Autor: Charles Steiner

Die Coronapandemie hat auch die Immobilienwirtschaft nicht verschont. Durch die Kontakteinschränkungen, bedingt durch mittlerweile drei Lockdowns, haben digitale Tools vor allem bei der Wohnungssuche erheblich an Bedeutung gewonnen, geht aus einer Trendanalyse von willhaben.at hervor. Demnach habe sich zwar der Wohnimmobilienmarkt im Coronajahr als verhältnismäßig krisenfest erwiesen, dennoch kommen auf die Branche neue Herausforderungen hinzu. Und jene Tools, die in Zeiten der Kontaktbeschränkungen behelfsmäßig eingesetzt worden sind, werden auch nach der Pandemie bleiben. Video-Beratungsgespräche, virtuelle Besichtigungen, Live-Videos, Virtual-Reality und digitale Vertragsabwicklungen wurden (gezwungenermaßen) intensiv weiterentwickelt - für den Suchenden wesentlich komfortabler, da man bereits zuhause schon einen wesentlichen Eindruck über die Wunschimmobilie gewinnen könne. Allerdings: Es funktioniert nur, wenn auch die Qualität stimmt und professionell aufbereitetes Material zur Verfügung gestellt wird. Judith Kössner, Head of Immobilien bei willhaben: „In Zeiten von 'Social Distancing' waren diese digitalen Konzepte zwingend notwendig. Dadurch wurde jedoch auch die dazugehörige Akzeptanz am Markt deutlich beschleunigt.“

Vor allem aber trennt sich durch Corona die Spreu vom Weizen: Während viele Unternehmen bis zuletzt beim Phänomen PropTech einfach „dabei sein“ wollten, so sei ihnen jetzt bewusst geworden, dass die Integration von „property technology“ tatsächlich notwendig ist. Das bedeutet jedoch auch, dass nicht mehr in jede x-beliebige Technologie investiert wird. Viel eher werden nun gezielt Investments in Entwicklungen getätigt, die auch wirklich erforderlich seien.

Bei den Wohnungen selbst sind Grünflächen immer mehr in den Mittelpunkt der Suchenden gerückt. "Wir haben während des Lockdowns 2020 einen regelrechten 'Run' auf Freiflächen festgestellt. So haben sich z. B. die Immobiliensuchen mit dem Stichwort 'Garten' zu diesen Zeiten nahezu verdoppelt", so Kössner. Auch würden Wohnungen verstärkt nachgefragt, deren Grundrisse auch ein ungestörtes Homeoffice erlauben, gleichzeitig aber klar definierte Erholungsräume ermöglicht. Und: Man will ins Grüne. Neben dem gut angebundenen Speckgürtel großer Städte werden tendenziell ländlichere Lagen mit passender Infrastruktur attraktiv. Auch die arbeitsbedingten Wohnortwechsel werden zurückgehen, wenn sich Jobs von überall aus erledigen lassen. Das wird in den kommenden Jahren zu neuartigen Entwicklungen am Kauf- und Mietmarkt führen. “Möglich ist, dass vormals wenig attraktive rurale Gegenden eine Aufwertung, ehemalige Wohnhotspots hingegen eine Preissteigerungs-Bremse erfahren", so Kössner.