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Diskussion über Digitalisierung und BIM

Online-Event über Vor- und Nachteile digitaler Lösungen

Autor: Stefan Posch

Kürzlich diskutierte eine Referentenrunde online über Vor- und Nachteile digitaler Lösungen für die Branche. Mit dabei waren Sigrid Oblak, Direktorin der Wien Holding, Michael Resch; Geschäftsführer von BIMExperts, Wolfgang Malzer, BIG, Abteilung Architektur und Bauvertragswesen, Dominik Philipp, Geschäftsführer von Dietrich I Untertrifaller Architekten und Martin Müller, Geschäftsführer von JP Immobilien.

Einig waren sich die Diskutanten, dsass der Lockdown einen Digitalisierungsschub der Branche zur Folge hatte. Ein Fokus war bei dem Online-Event war das Thema BIM. „Ich bin überzeugt davon, dass ein Großteil der Gebäude einen digitalen Zwilling haben wird. Die strukturierte Form und die Klassifizierung von Objekten werden sich durchsetzen“, zeigt sich Michael Resch zuversichtlich. Die Gebäude werden immer intelligenter und man benötigt eine immer größere Menge an Informationen. Diese werden mit der BIM-Methodik bereitgestellt. Die Politik müsse laut Resch daher öffentliche Projekte zumindest im OpenBIM Verfahren ausschreiben. „Bis BIM als Standard gesetzlich vorgeschrieben werden könnte, wird es aber noch dauern“, ergänzt Sigrid Oblak. „Die Behörden seien teilweise technisch nicht darauf vorbereitet, damit umzugehen. Die herkömmlichen Ausbildungsschienen werden nicht ausreichen, um komplexe Dinge wie BIM anzuwenden. Der große Vorteil von BIM ist, dass es eine Datenbank von der Planung bis zum laufenden Betrieb eines Gebäudes gibt“. Architekt Dominik Philipp kann bereits auf Erfahrungen mit BIM zurückblicken. „Wir brauchen mehr Kooperation und Vernetzung. Weg von den einzelnen Inseln, hin zu integralen Arbeitsweisen“, ist er überzeugt. BIM sei nur eine Software. Nur wenn es gelinge, diese optimal zu nutzen, werde man die Digitalisierung komplett ausschöpfen können, so Philipp. JP Immobilien hat bereits vor 4 Jahren alle digitalen Aktivitäten in einer eigenen Gesellschaft gebündelt. Denn die Suche nach einer bestehenden digitalen Lösung zur Kommunikation zwischen Hausverwalter und Bewohner blieb vergebens. „Wir haben kein passendes Produkt gefunden und deshalb unser eigenes Tool entwickelt. Begonnen haben wir beim Wohnbereich und gehen jetzt in den öffentlichen Bereich. Da geht es um Community & Services, um die Vernetzung des Benutzers mit dem Eigentümer, aber auch darüber hinaus mit dem Grätzl. Über das digitale Schwarze Brett beispielsweise bekomme ich als Mieter alle Informationen über ein Haus sofort und in Echtzeit.“ Bei aktuellen Projekten wird von Beginn an mit den Käufern kommuniziert. „Ich kann Kunden über den Baufortschritt informieren oder Änderungswünsche, wie die Auswahl von Fließen, abbilden“, erzählt Müller aus der Praxis. Michael Resch sieht mit dem Einsatz von BIM für Ingenieurbüros die Chance, auch bis zum Ende eines Bauprojekts dabei zu sein: „Wir können uns neu erfinden. Wir müssen Tradition und junge Menschen zusammenbringen, Erfahrung und neue Technik. Dadurch ersparen wir uns Geld und Zeit. Wir sind mit BIM schneller und besser. Das wissen wir aus der Praxis. Durch die Datenstruktur sind wir in der Lage, vieles, bis hin zur Positionierung von Heizkörpern oder Steckdosen, zu automatisieren. Das spart Zeit und Kosten.“