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Immobilienpreisspiegel 2014 vorgestellt

Ballungräume stagnieren, im Durchschnitt aber Zuwachs

Autor: Barbara Wallner

Der Immobilien-Hype ist vorbei“, kommtentierte Thomas Malloth bei der gestrigen Präsentation des Immobilienpreisspiegels 2014 die „Großwetterlage“, wie er sie bezeichnete. Als generelle Trends strich er zum ersten die Stagnation der Ballungsräume – speziell Wiens – heraus: In den ersten Monaten des Jahres 2014 bewegten sich die Zuwachsraten am Immobilienmarkt in Österreich unter der Wahrnehmungsgrenze von 1 Prozent. Weiter gebe es Auweichbewegungen weg von Bereichen mit steigenden Preisen und eine zunehmende Konkurrenz der Standorte – was etwa in Wien bis auf Bezirksebene merkbar sei. Im abgelaufenen Jahr 2013 - das die nun vorliegende neue Ausgabe des Immobilienpreisspiegels abbildet - gab es im Durchschnitt allerdings noch deutliche Zuwachsraten in allen Objektkategorien - auch wenn die regionale Entwicklung sehr unterschiedlich war.

Bei den Top 3 der Landeshauptstädte kommt es zu einem völligen Wechsel gegenüber dem Vorjahr: Mit einem Plus von +11,9 setzt sich Graz an die Spitze vor Innsbruck (+8,77 Prozent) und Bregenz (+8,51 Prozent). Die Spitzenreiter 2012 waren Salzburg (heuer +6,19 Prozent), gefolg von Linz (dieses Jahr Schlusslicht mit +3,31 Prozent) und St. Pölten (heuer +5,21 Prozent). Wien kann einen Zuwachs von +7,15 Prozent vorweisen, Eisenstadt +4,28 Prozent, Klagenfurt +4,11 Prozent.

Die anhaltende Nachfrage hat auch im Vorjahr in fast allen Bundesländern die Preise für Baugrundstücke weiter steigen lassen: Am deutlichsten lag das Plus mit +11,55 Prozent in Vorarlberg, einen weiteren spürbaren Preisanstieg gab es mit +8,25 Prozent in Tirol. Am teuersten, weil am wenigsten verfügbar, waren Grundstücke in Wien.

Vor allem der Bereich der gebrauchten Eigentumswohnungen boomte. Die größte Steigerung gab es mit +12,8 Prozent in Wien, gefolgt von Tirol mit +7,84 Prozent. Den größten Preisanstieg bei Eigentumswohnungen (Erstbezug) gab es diesmal nicht in Wien, sondern in Vorarlberg. Das zweitgrößte Plus gab es mit +8,03 Prozent in der Steiermark. In Wien hat sich der Aufwärtstrend bei neuen Eigentumswohnungen leicht eingebremst.

Mieten für Wohnungen (freier Mietzins): Die deutlichste Teuerung, und zwar um +5,15 Prozent, gab es neuerlich in Vorarlberg. Am wenigsten stiegen die Mieten in Wien, und zwar um +0,11 Prozent.

Mieten für Büroimmobilien stiegen am deutlichsten in Vorarlberg (Durchschnittspreis pro Quadratmeter +7,44 Prozent), was im Bundesländervergleich Rang zwei hinter Wien bedeutet. Die Bundeshauptstadt allerdings hat sich gegen diesen Trend entwickelt (-6,8 Prozent). Ein wenig anders stellt sich die Entwicklung bei Mieten für Geschäftslokale dar: In Salzburg gab es zwar mit durchschnittlich +7,34 Prozent einen spürbaren Anstieg, der aber in den anderen Bundesländern so nicht erkennbar war. In der Steiermark (-1,8 Prozent), Kärnten (-1,15 Prozent) und Oberösterreich (-0,11 Prozent) gingen die Preise sogar zurück. Im Rahmen der Pressekonferenz stellte Eugen Otto ebenfalls die Lage am Zinshausmarkt vor: „Das Gesamt-Transaktionsvolumen betrug rund 762 Millionen Euro, was vor allem an einer auffallend starken zweiten Jahreshälfte 2013 lag.“ Zunehmend gäbe es auch Käufer aus Nicht-EU-Ländern zu verzeichnen. Die Preise seien „hoch, aber stabil, die Renditen niedrig, aber ebenfalls stabil“. Otto plädierte dafür, der Angebotsknappheit durch Nachverdichtung entgegenzuwirken.