immoflash

Dürre Zeiten für Investoren

Büroflächen werden knapp

Autor: Gerhard Rodler aus Cannes

Nicht nur die frühsommerlichen Temperaturen geben seit Kurzem hier in Cannes wieder Gas. Nein, auch die internationale Gewerbeimmobilienbranche biegt jetzt wieder auf die Überholspur. Das ist der erste Eindruck, der vor wenigen Stunden hier an der Côte d’Azur gestarteten Gewerbeimmobilien- und Investorenmesse MIPIM.

Die Arbeitsgespräche haben vielfach aber bereits gestern (Montagvormittag) – vor der offiziellen Eröffnung heute – begonnen, sodass ein erster Stimmungsbericht schon nach diesen ersten Stunden durchaus zulässig ist.

Auf den Punkt gebracht: Südeuropa kommt wieder zurück, vor allem nach Spanien kommen jetzt die konservativen Investoren seit Jahresbeginn wieder als Marktteilnehmer retour, auch die zuletzt krisengeschüttelten Niederlande sehen einer Aufbruchsstimmung entgegen. Gut für jene Mutige – wie etwa die österreichische UBM (aber ebenso die Union Investment beispielsweise) in Amsterdam –, die sich mehr oder weniger am Höhepunkt der Krise hier engagiert hatten. Diese werden jetzt mit absehbar doch deutlich fallenden Renditen (und somit steigenden Verkaufspreisen) belohnt.

Generell tendieren die Renditen aber auch auf so „langweiligen“ Märkten wie Deutschland und Österreich nach wie vor deutlich nach unten. Das ist zwar bei den schon in den Vorjahren wirklich niedrigen Renditen – beispielsweise für Büroobjekte in Bestlagen unter fünf Prozent in Deutschland – kaum noch vorstellbar, ist aber so.

Hans Joachim Lehmann von der HIH Hamburgische Immobilienhandlung im Gespräch mit „immoflash“: „Traditionell liegen die erzielbaren Renditen auf Immobilieninvestments um bis zu 200 Basispunkte über jenen von konservativen Investments wie etwa Staatsanleihen. Aktuell ergibt das eben für Deutschland eine Rendite von im Schnitt 4,5 Prozent. Dazu kommt aber auch, dass in Deutschland die Büroflächen knapp werden. Ich rechne da ganz klar mit steigenden Mieten.“ Umgekehrt führt die in den zurückliegenden Jahren eingebrochene Neubautätigkeit im Bürobereich aber auch zu einem massiven Engpass für die Investoren, was die Objekte noch einmal zusätzlich verteuern wird.

Eine durchschnittliche Bürorendite für erstklassige Objekte um die vier Prozent noch in diesem Jahr sehen jedenfalls viele Marktteilnehmer als durchaus realistisch.

Wer weiß, dass Deutschlands Immobilienwirtschaft ein Jahr vor Österreich ist, kann sich mit großer Wahrscheinlichkeit ausmalen, dass auch Österreichs Bürorenditen nochmals nachgeben dürften – und das bei tendenziell eher steigenden Büromieten.

Morgen mehr dazu.