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Durststrecke für Hotels

Markt wird frühestens 2024 anlaufen

Autor: Charles Steiner

Bis der europäische Hotelmarkt wieder auf dem (zugegebenermaßen hohen) Niveau von Vor-Coronazeiten zurückkehrt, dürfte es noch eine ganze Weile dauern. Während nämlich andere Branchenexperten bereits ab Mitte/Ende 2022 mit einem schrittweise Wiedererstarken der europäischen Hotelmärkte ausgehen, ist CBRE in einer heute veröffentlichten Prognose deutlich pessimistischer. Laut dieser werde der Markt frühestens 2024 wieder auf jenem Niveau wie vor der Pandemie zurückkehren.

Denn: Die Rahmenbedingungen für Investoren und Investments waren herausfordernd, sodass das Investmentvolumen am europäischen Hotelmarkt im Jahr 2020 auf 6,6 Euro Milliarden zurückfiel, was einem Minus von 75 Prozent gegenüber dem Jahr 2019 entspricht. Das ist auch in Österreich ersichtlich: Einige kleine Hoteltransaktionen in Ferienregionen konnten Ende 2020 festgestellt werden, ansonsten war der Markt durch Stillstand gekennzeichnet. Allerdings dürften diese Investoren nur auf Warteposition sein, laut CBRE hätten diese für zukünftige Transaktionen bereits größere Summen bereitgestellt. Und da könnten sich Opportunitäten auftun: Sollten die Hotels ihre Verträge nicht erfüllen können und die staatlichen Hilfen nicht mehr greifen, ist davon auszugehen, dass in Wien noch im ersten Halbjahr 2021 einige Hotels auf den Markt kommen und zum Verkauf stehen werden. Die Renditen für Hotels sind in Österreich im vierten Quartal 2020 auf 4,25 bis 5,25 Prozent gestiegen.

Nach wie vor sind rund 4.200 Hotelzimmer - primär in der gehobenen und Luxushotellerie - in Wien in der Pipeline, was ein Wachstum von rund 12,7 Prozent bis 2023 bedeuten würde. Fertigstellungen wurde großteils verschoben, sodass 2021 voraussichtlich ein Rekordjahr bei den Fertigstellungen von neuen Hotels in Wien wird. Allerdings wurden einige Hotelprojekte - so möglich - in Wohnprojekte umgewidmet.