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Ein Büro auf Zeit

Der Trend Richtung flexibles Arbeiten bedingt flexible Bürolösungen. Arbeitsplätze auf Zeit liegen deswegen im Trend.

Autor: Stefan Posch

Eines hat das Businesscenter der Firma Regus am Fleischmarkt in der Wiener Innenstadt mit einem herkömmlichen Büro gemein: Freitagnachmittag ist wenig los. Ideal, um in Ruhe einen Artikel über neue Bürowelten zu schreiben. Nur vereinzelt sitzen Leute in der Businesslounge, die als zentraler Anlaufpunkt des Bürocenters dient. In der Mitte steht eine Küchenzeile, die Einrichtung ist in trendigen Farben gehalten. Die hohen Fenster bieten einen Ausblick auf den nahen Stephansdom.

ThinkPODS zum Arbeiten

In einer Ecke fallen zwei sogenannte ThinkPODS auf. Kleine Arbeitsplätze, die von einer geschwungenen bauchnabelhohen Begrenzung umgeben sind. Das Design dieser Arbeitskojen erinnert, wie auch ihr Name, stark an die Produkte eines amerikanischen Elektronikherstellers. Mein Arbeitsplatz auf Zeit ist eigentlich ein Raum für Videokonferenzen, den man als Regus-Kunde zusätzlich buchen kann. Gleich daneben sind die eigentlichen Co-Working-Spaces, eine Art Großraumbüro, das mit weißen Raumteilern unterteilt ist. Zudem bietet das Center auch eine Vielzahl von einzelnen Büroräumen im klassischen Sinne an.

Arbeitsplatz der Zukunft

Alisa Kapic, Country Manager von Regus Österreich, sieht solche Bürocenter als die Arbeitsplätze der Zukunft an. "Man sieht von den Zahlen, dass der Trend zunimmt", erklärt Kapic. Heute würden schon eine Milliarde Berufstätige flexibel arbeiten, so Kapic weiter. Gerade für Millennials sei nicht mehr das Gehalt, sondern die Work-Life-Balance das Wichtigste. Laut einer von Regus weltweit durchgeführten Studie würden 67 Prozent der Arbeitskräfte mittlerweile einen Job ohne flexibles Arbeitsmodell ablehnen. Gerade für Start-ups haben die flexiblen Bürolösungen viele Vorteile. So sind die Büro- und Meetingräume weltweit verfügbar, was eine schnelle Expansion vereinfacht. Doch nicht nur Start-ups oder Selbstständige würden das Angebot nutzen. Auch große und etablierte Unternehmen, wie etwa Google, Adobe oder Amazon, würden zu den Kunden von Regus zählen, so Kapic. "Die Bürokosten sind nach den Personalkosten der zweitgrößte Kostenpunkt einer Firma", erklärt die Managerin. Ist das Büro ausgelagert, würden etwa Kosten für leere Arbeitsplätze aufgrund von Außendiensten wegfallen.

Die ganze Welt als Büro

In Österreich hat Regus derzeit Standorte in Wien, Graz und Salzburg und will auch in weitere Bundesländer expandieren. Bereits im März eröffnet ein Center im Wiener DC-Tower, einen Monat später eines im Millennium Tower. Die Managerin betont auch den Vorteil eines weltweit agierenden Netzwerkes. Regus hat Bürocenter in über 1.000 Städten in 107 Ländern. Kunden könnten so Arbeitsplätze rund um den Globus nutzen, wann und wo sie gerade Bedarf haben. Mittlerweile hat sich das Businesscenter am Fleischmarkt noch weiter geleert. Auch flexibles Arbeiten macht Lust auf das Wochenende.

Co-Working

Immer mehr Anbieter
In Österreich wird die Auswahl an Co-Working-Spaces immer größer. Ende März wird Talent Garden ein 5.000 m2-Bürocenter in Wien eröffnen. NENO Offices betreibt schon mehrere Standorte in Wien. shadespaces.at hat je ein Bürocenter im 5. und im 15. Wiener Gemeindebezirk. Das Unternehmen Gemeinschaftsbüro betreibt schon seit 2008 ein Bürocenter im 8. Bezirk. 2012 eröffnete Coworkingspace Salzburg im Techno-Z. Der erste Co-Working-Anbieter in Graz war das Unternehmen Spacelend.

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