Immobilien Magazin

Eingefrorener Markt in Shanghai

Shanghai gilt als einer der heißesten Immobilienmärkte der Welt. Doch Eingriffe der öffentlichen Hand, um den Immobilienmarkt abzukühlen, führten zu einem Einfrieren des Marktes. Sowohl die Neuproduktion, als auch die Verkäufe brachen ein.

Autor: Stefan Posch

Ein Zeichen für den rückläufigen Immobilienmarkt ist laut einem aktuellen Artikel der South China Morning Post, dass im Oktober zum ersten Mal die Kreditvergaben an Immobilienentwickler im Vergleich zum Vormonat gefallen sind. Um umgerechnet 460 Millionen Euro weniger wurden aufgenommen. Drastischer sind die neuesten Zahlen über den Wohnungsbau, die das Forschungsinstitut Homelink Shanghai Research Center veröffentlicht hat. Demnach sind im Oktober nur 7.400 m² neue Wohnfläche auf den Markt gekommen, ein Einbruch um 96,7 Prozent seit September. Auch die verkaufte Fläche brach im Monatsvergleich um 36,8 Prozent ein. Historisch gesehen bewegt sich die durchschnittliche monatliche Neuversorgung in Shanghai zwischen 500.000 und 600.000 m² und erreichte in Boom-Zeiten eine Million Quadratmeter.

Grund für die Entwicklung sind weitgehende Maßnahmen, die die Lokalregierung in Shanghai vor etwa einem Jahr erlassen hat, um den Immobilienmarkt abzukühlen. So wurden der Zugang für Hypotheken massiv erschwert und die Kredite wurden auch um viele teurer. Dies führten dazu, dass sich die meisten Einwohner keine Immobilie mehr kaufen können. Die Entwickler sind deswegen immer weniger bereit, die erworbenen Grundstücken zu bebauen und Immobilien auf den Markt zu bringen.

„Der gesamte Markt ist praktisch eingefroren“, wird Yang Kewei, Analyst bei der in Shanghai ansässigen Beratungsfirma China Real Estate Information, im Artikel zitiert. Obwohl die Shanghaier Regierung in diesem Jahr mehr Land versteigert hat, hätten die Entwickler wenig Motivation zu bauen, weil viel Fläche für die Entwicklung von Mietwohnungen vorgesehen sind. Die Entwickler werden angehalten, bestimmte Teile nicht zum Verkauf anzubieten, oder wenn, dann zu staatlich festgelegten Preisen, so der Analyst. Das wirkt sich auch auf dem Sekundärmarkt aus, da mangels Alternativen weniger gewillt sind ihre Wohnungen zu verkaufen. Der Umsatzrückgang hat sowohl das Vertrauen der Entwickler als auch der Einzelnen in den Markt gedrückt, so Kewei.

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