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Radikaler Wandel bei Einkaufsstraßen

Weniger Mode und Schuhe, mehr Gastro

Autor: Charles Steiner

Die Einkaufsstraße, wie wir sie kennen, wird sich radikal wandeln, vor allem, was den Branchenmix betrifft. Man wird weniger Mode und Schuhgeschäfte wie Elektrohandel vorfinden, dafür aber mehr Lebensmittel, Gastronomie und Dienstleistung. Das geht aus dem aktuellen EHL-Geschäftsflächenbericht hervor. Mehr noch: Die Entwicklung, die bereits vor der Pandemie eingesetzt hatte, beschleunigt sich durch Corona. Kein Wunder: Der stark wachsende Onlinehandel sowie der starke Rückgang des Städtetourismus bewirke, dass Einkaufszentren und Shoppingstraßen ein neues Gesicht bekommen werden.

ario Schwaiger, Leiter der Abteilung Retail der EHL Gewerbeimmobilien: „Der Einzelhandel unterliegt grundsätzlich immer einem gewissen Wandel. Außergewöhnlich ist aber das Tempo und das Ausmaß des Wandels. Im Wesentlichen stellen wir fest, dass Corona kaum Entwicklungen auslöst, die es nicht auch ohne die Epidemie gegeben hätte, aber dass diese jetzt viel rascher und radikaler ablaufen als es sonst der Fall gewesen wäre.“ Während nämlich eben die Modebranche, der Schuh- und Elektrohandel ihre Filialnetze ausdünnen, werden diese Flächen derzeit vom Lebensmittelhandel, Diskontern, Gastronomie und Dienstleistern (z.B. aus dem Gesundheitsbereich) absorbiert. Und: Auch in guten und sehr guten Lagen werden Flächen frei - und das erlaube Retailern, die zuvor nicht in A-Lagen mieten konnten, neue Möglichkeiten.

Die Entwicklungen hinsichtlich Ausdünnung von Filialnetzen und Verkleinerung von Flächen erhöhen den Druck in Bezug auf Leerstand und Miethöhen. „Die Entwicklung ist aber je nach Standort und lokalen Gegebenheiten sehr unterschiedlich“, so Schwaiger. „Generell sehen wir, dass es seitens der Mieter und der Vermieter aber große Bereitschaft zu einvernehmlichen Lösungen gibt. In der Regel ist es für alle Seiten am sinnvollsten, für die aktuelle, durch Corona beeinträchtigte Periode eine Vereinbarung mit eher kurzer Laufzeit zu treffen, um die Vertragsbeziehungen danach wieder rasch und unkompliziert am Normalmodus orientieren zu können.“