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Einstiegschancen in Bukarest

Grün für Bukarest, Gelb für Sofia

Autor: Gerhard Rodler

Banker sind von berufswegen auf Vorsicht getrimmt. Wenn dann Reinhard Madlencnik, Head of Real Estate der Bank Austria, jetzt aber seinen Kunden Bukarest als Development- und Investmentmarkt schmackhaft machen möchte, hat das wohl doppelt Gewicht. Die Einstiegskosten für Grunderwerb und Errichtung seien (noch) niedrig, aufgrund des moderaten Mietniveaus sollte der Vermietmarkt nach unten abgesichert sein und die Wirtschaftsforscher gehen von einem vernünftigen Wirtschaftswachstum aus.

Und die Pipeline würde sich für Bukarest auch bereits wieder zu füllen beginnen. Madlencnik heute mittag: „Generell sehe ich eine Aufwärtsentwicklung bei der Kreditnachfrage im gewerblichen Immobilienbereich, die durch die anziehende Konjunktur gestützt wird.“ Das Transaktionsvolumen für kommerzielle Immobilien in Rumänien und Bulgarien fiel im vergangenen Jahr noch mager aus, wobei Rumänien mit einem Umsatz in Höhe von 229 Millionen Euro deutlich besser abschnitt als Bulgarien mit 23 Millionen Euro.

Das sollte sich aber noch im Laufe dieses Jahres ändern, die Pipeline an Projekten sei bei Bank Austria für Rumämien jedenfalls wieder deutlich voller. Madlencnik sieht den Markt einerseits wieder für neue Developments im Bereich der Class-A-Gebäude wie auch für Investoren andererseits als wieder attraktiv. Die erzielbaren Spitzenrenditen liegen in Bukarest bei 8,25 Prozent und das bei durchschnittlichen Mieten von 12,50 Euro. „Und diese Mieten entsprechen auch der Wirtschaftskraft des Landes, sind also nach unten abgesichert.“ Anders sieht es - noch – für Sofia aus, was wohl auch am sehr hohen Leerstand von 27 Prozent einerseits und der Kleinheit des Marktes an sich andererseits liege. Hier sieht Madlencnik nach wie vor eher einen Stillstand, aber immerhin stehe „die Ampel jetzt schon wieder auf gelb.“

Ende 2013 hatte Sofia einen Bestand von rund 1,7 Millionen m² moderner Büroflächen, Bukarest erreichte einen Büroflächenbestand von knapp 2,4 Millionen m². Dies sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sowohl Sofia als auch Bukarest bezogen auf die Bürofläche pro Einwohner nach wie vor deutlich hinter anderen osteuropäischen Hauptstädten wie Prag, Warschau oder Budapest liegen. Noch deutlicher wird der Abstand im Vergleich zu westeuropäischen Städten und Metropolen, wo selbst Wien nur im Mittelfeld angesiedelt ist.