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Ende des Maklerberufes

Revolution durch EU-Dienstleistungsfreiheit

Autor: Gerhard Rodler

Die Zulassung zum Maklerberuf wie heute durch eine Konzessionsprüfung wird früher oder später auch in Österreich nicht mehr aufrecht zu erhalten sein. Schon jetzt gibt es in Europa zahlreiche Länder, die es den Immobilienmaklern ermöglichen, mehr oder weniger einfach ein Büro zu eröffnen und los zu starten. Die Regelungen der Niederlassungsfreiheit ermöglicht dann auch in Österreich eine Zweigniederlassung - auch durch einen Österreicher, der zunächst am Papier in einem anderen EU-Land gestartet hat.

Die neue Dienstleistungsfreiheit legt da noch ein Schäuferl nach. Demnach werden in Zukunft nur noch jene Berufe mit dafür aber recht strikten Zulassungsbeschränkungen belegt, wo es um die Gesundheit, Leib und Leben der EU-Bürger geht, schreibt das Immobilien Magazin in seiner aktuellen Ausgabe. Ausgangspunkt der Dienstleistungsfreiheit sei laut Immobilen Magazin Art. 56 AEUV. Die Dienstleistungsfreiheit bildet sogar eine der vier Grundfreiheiten des Binnenmarktes (neben freiem Warenverkehr, Personenfreizügigkeit − durch Arbeitnehmerfreizügigkeit und Niederlassungsfreiheit − und freiem Kapital- und Zahlungsverkehr), die von der EU gewährleistet werden und sowohl für die EU als auch für die Mitgliedstaaten unmittelbar rechtsverbindlich sind. Dennoch wird es wohl auch in Zukunft nichts mit dem ungebremsten Zutritt von unqualifizierten Anbietern in den offiziellen Anbieterkreis. Die neue Zugangshürde will man über verpflichtende Ausbildungen, Maklerverbände und der Weiterentwicklung der Markenwelt von Qualitätsmaklern erreichen, schreibt das Immobilien Magazin und nennt dazu auch konkrete Beispiele.

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Kommentare

El Lutero | 20.04.2015 16:53

Das ist grundsätzlich eine positive Nachricht, Österreich ist hinsichtlich Wettbewerbsbehinderung eine Oase, bei uns wird reguliert um den "Altbestand" vor Wettbewerb zu schützen und bei Immobilientreuhändern gibt es Fälle wo die Lizenzen "freihändig" vergeben werden wenn man die richtigen Leute kennt.

SE | 20.04.2015 16:22

Das heißt ich kann künftig auch als Anwalt, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer tätig sein und nur "ein Büro eröffnen und losstarten" ? Hier geht es wohl auch nicht um Leib und Leben. Selten so einen Schwachsinn gehört. Die Zugänge zum Maklerberuf sind nachwievor viel zu wenig reguliert (bin übrigens selbst Makler und Bauträger).

Mag. Thilo Börner | 20.04.2015 15:34

Die Deutschen Verbände kämpfen um eine Qualifikationsverpflichtung. Also ist die Frage wer schneller ist. Die mit dem nacheifern der österr. Lösung oder wir mit der Nievelierung. Aber es wird immer ein hin und her geben. So wie bei uns viele dachten es käme bald die Trennung in Käufer und Verkäufermakler, so habe ich auf internationalen Konferenzen mit Freude fest gestellt das in jenen US Bundesstaaten wo der Makler als Vermittler zwischen Käufer und Verkäufer erlaubt ist auch immer mehr Top Makler sich uns als Vorbild nehmen und damit sehr gute erfolge bei den Kunden erzielen. Somit endet nicht ein Beruf mit einer Gesetzesänderung! Wer gut und seriös ist baut sich seinen eigenen guten Ruf auf und bekommt dadurch immer wieder neue Kunden empfohlen. Erfreulicherweise spricht sich Qualität auch herum und der Großteil des Geschäftes in der Wiener Region wird eh von 3-500 Maklern gemacht. Beim Rest ist halt ein kommen und gehen. Natürlich schaden genau jene, die ohne Alleinvermittlung und mit gesenkter Abgeberprovision zu überhöhten Preisen Objekte anbieten dem Ruf aller, aber Geschäft machen sie zwar den anderen schwerer, doch machen tun schlechte makler Geschäft doch kaum, oder seh ich das zu positiv?

Patrick Schenner | 20.04.2015 14:46

Der professionelle und gut ausgebildete Makler hat eine zentrale Funktion in unserem Leben. Schwarzmaklerei und Provisionswucher (siehe DE) ist ein hoch zu beziffernder volkswirtschaftlicher Schaden. Es ist die (spannende) Aufgabe der Interessensvertreter, die Ausbildungsvoraussetzungen in Österreich zu verteidigen, um die uns die Nachbarstaaten bezeichnenderweise sehr beneiden. Österreich zeigt aber beim Umgang mit EU-Realitäten wenig Souveränität oder Kreativität, egal ob Ärztedienstzeitregelung (schlicht verschlafen) oder die Vorgehensweisen beim FAGG (über das Ziel hinausschießen) - auch wenn letzteres zurecht aktuell wieder im Sand verläuft. Ich drücke uns allen die Daumen