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Energieausweis in Deutschland

Andere Länder, aber fast deckungsgleiche Probleme

Autor: Gerhard Rodler

Energieeffizienzklassen für Gebäude erscheinen nur auf den ersten Blick einfach und verbraucherfreundlich. Bei näherem Hinschauen sind sie im Bereich Wohnen jedoch völlig ungeeignet, weil sie keine wirklichen Rückschlüsse auf die warmen Betriebskosten zulassen", erklärte Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, zu Forderungen des "Bündnis Energieausweis".

Der zudem geforderte Wechsel hin zu reinen Bedarfsausweisen – statt des bisherigen Dualismus von Bedarfs- und Verbrauchsausweisen – bringt ebenfalls keine Vorteile, weil Bedarfsausweise nicht eindeutig sind. "Der Energieausweis, wie ihn die Energieeinsparverordnung (EnEV) vorsieht, kann lediglich grobe Diagnosen hinsichtlich des energetischen Zustandes von Gebäuden stellen. Genaue Aussagen zum Energiebedarf kann man nur mit einer ausführlichen Energieberatung für jedes Gebäude individuell treffen", erklärte der GdW-Chef.

Praxistests der Wohnungswirtschaft haben gezeigt, dass verschiedene Energiebedarfsausweise für ein und dasselbe Gebäude beim Primärenergiebedarf Ergebnisse liefern können, die um bis zu 80 Prozent auseinander liegen. Grund dafür sind unterschiedliche Einschätzungen der Ersteller von Energieausweisen zum Ist-Zustand eines Gebäudes sowie verschiedene zulässige Berechnungsverfahren. Die Folge wären unterschiedliche Energieeffizienzklassen für ein und dasselbe Gebäude. Darüber hinaus liegt der berechnete Energiebedarf im Gebäudebestand meist über dem gemessenen Verbrauch. Bei einer energetischen Modernisierung kann daher die Betrachtung des Energiebedarfs allein Fehlinvestitionen auslösen.

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Kommentare

Peter Pleschberger | 24.09.2013 09:00

2/3 aller Energieausweise erweisen sich als falsch, weil die Ersteller von einer theoretisch vorhandenen Gebäudequalität ausgehen. Die Berechnung nimmt keine Rücksicht auf das Bewohnerverhalten und und die tatsächlich vorhandene Bauqualität. Hinzu kommt, dass der Gesetzgeber zum Teil Berufsgruppen zur Erstellung von Energieausweisen befugt hat, denen es schlicht und ergreifend an der dafür erforderlichen Qualifikation mangelt.

Margit Gludovatz | 23.09.2013 16:56

De Energieausweis ist eine vollkommen sinnlose Einführung. Ich glaube ,dass der nur Fertighausfirmen zur Selbstbeweihräucherung dient. Kein Kunde hat sich da jemals ausgekannt. Er wird verlangt, weil er ständig in den Medien ist. Brauchen tut ihn kein Mensch. Die letzte Heizkostenrechnung ist weit sinnvoller in der Praxis.