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Energieeffizienzgesetz Schlag ins Wasser

Nur 65 Prozent Zielerreichung absehbar

Autor: Gerhard Rodler

Eine aktuelle Deloitte-Studie zum Energieeffizenzgesetz (EEffG) in Österreich zeigt, dass nach dem holprigen Start noch viele Fragen offen sind. Energieversorger und Unternehmen stehen in den Startlöchern, befürchten aber Fehlinvestitionen und Zusatzkosten aufgrund des teilweise noch unklaren rechtlichen Rahmens. Derzeit gehen die EVUs bei der laut Gesetz vorgeschriebenen Einsparung von 0,6 Prozent ihrer Energielieferungen nur von einer Zielerreichung von 65 Prozent aus. Mögliche Chancen durch die Etablierung neuer Rendite- und Geschäftsmodelle werden laut Deloitte derzeit vom Markt noch nicht wahrgenommen.

Bei den geplanten Maßnahmen zeigen sich teilweise starke Divergenzen zwischen den EVUs und den anderen Unternehmen: Knapp 80 Prozent der Versorger setzen auf Energieeffizienzberatung, aber nur 55 Prozent der Unternehmen planen, diese in Anspruch zu nehmen. Größere Übereinstimmung bei EVUs und Unternehmen herrscht in Bezug auf die Planung von Maßnahmen bei Heizung und Kühlung sowie bei der Optimierung der Beleuchtung.

Wenn auch die fehlende Rechtsbasis tatsächlich ein Problem darstellt, wäre aus Sicht von Deloitte ein Perspektivenwechsel nötig.

Das Gesetz verpflichtet Energielieferanten dazu, bis 2020 jährlich einen Einsparungsnachweis im Ausmaß von 0,6 Prozent ihrer Energielieferung zu erbringen. Überwacht werden soll dies von einer Monitoring-Stelle, die im Juli 2014 zwar ausgeschrieben, aber bis jetzt noch nicht eingerichtet wurde. Beispiele für erfolgreiche Effizienzmaßnahmen sind unter anderem Wärmepumpenförderung, Photovoltaik, Gerätetauschaktionen, Heizungsoptimierung, Smart-Home-Anwendungen und Öffentlichkeitsarbeit zur Bewusstseinsbildung in Effizienzfragen.