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Engpass am Wiener Büromarkt

Renditen schon auf 4,75 Prozent gesunken

Autor: Gerhard Rodler

Ein „dramatisch knappes Angebot an neuen Flächen“, aber auch weniger Vermietung als im Vorjahr und leicht steigende Mieten: So stellt sich nach Angaben der Wiener Otto Immobilien Gruppe die Situation am Wiener Büromarkt im Herbst 2014 dar. Für Verkäufer und Vermieter ergeben sich dadurch aber gute Chancen: die hohe Nachfrage der Anleger und die schmale Projektpipeline für Mietinteressenten eröffnen zahlreiche Chancen für viele Eigentümer - im Investmentmarkt bereits jetzt, im Vermietungsmarkt erst ab 2015, heißt es im aktuellen Büromarktbericht, der heute, Dienstag, vor Journalisten präsentiert wurde. Für heuer sehen die Experten von Otto Immobilien noch einen Rückgang bei der Vermietungsleistung: mit 230.000 m² liegt sie rund 19 Prozent unter dem Zehnjahres-Schnitt und damit klar hinter den allgemeinen Erwartungen. Vor allem der öffentliche Sektor, in den letzten Jahren ein wichtiger Faktor, habe erwartete Anmietungen nicht umgesetzt, betonte Mag. Alexander Fenzl von Otto Immobilien Gewerbe. Ein Rekordtief vermeldet OTTO Immobilien für das neue Angebot an Büroflächen, das heuer mit 100.000 m² an neugebauten bzw. generalsanierten Flächen historisch niedrig ist. Durch das geringe Fertigstellungsvolumen in diesem und auch nächstem Jahr werde das Angebot für Mietinteressenten mit Bedarf an großen Neubauflächen zusehends knapper. „Erst Ende 2016, Anfang 2017 ist die Projektpipeline wieder besser gefüllt, etwa weil Wien dann mit dem neuen Hauptbahnhof einen marktrelevanten neuen Bürostandort bekommt“, so Studienautorin Martina Cerny, M.A. Leicht steigend, wenngleich immer noch auf moderatem Niveau, präsentieren sich aktuell die Büromieten – ebenfalls als Reaktion auf die zunehmend knapperen Neubauflächen sowie auf gestiegene Baukosten, betonte Mag. Fenzl. Konkret liegen die Durchschnittsmieten heuer bei 13,00 Euro pro m² (2013: 12,50 Euro pro m²) die Spitzenmieten stiegen seit Jahresbeginn um zwei Prozent auf 25,00 Euro pro m². Erfreuliche Entwicklungen sieht man für die Leerstandsquote, die - vor allem aufgrund des geringen Fertigstellungsvolumens - heuer auf 6,5 Prozent gesunken sei. Vom Leerstand betroffen sind laut Büromarkt-Bericht vor allem ältere und nicht mehr marktkonforme Flächen. Die Renditen am Wiener Büro- und Gewerbemarkt sind heuer im Core-Bereich auf 4,75 Prozent gesunken. Im europäischen Vergleich weist Wien damit aber dennoch höhere Renditen auf als die Städte Frankfurt, Stockholm, München, Paris, Zürich und London. Generell besteht eine hohe Nachfrage nach Büroflächen mit moderner, zeitgemäßer Ausstattung und guter U-Bahnanbindung, die aber gleichzeitig nicht zu repräsentativ eingerichtet sind. Die Hauptnachfrage konzentriere sich auf Flachbauten, Bürotürmen werden meist nur in Verbindung mit hohen Incentives oder Preisnachlässen nachgefragt.