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Entwarnung für Wohnungsmarkt

Moderate Aufwärtsentwicklung bei Preisen und Mieten

Autor: Gerhard Rodler

Ein Immobilienmarkt, aber zwei durchaus unterschiedliche Interpretationen. Während das Makler-Netzwerk RE/MAX von einem deutlichen Umsatzeinbruch am heimischen Immobilienmarkt mit minus 15 Prozent im Vorjahr, nachlassender Nachfrage und sogar sinkenden Preisen zumindest im Zinshausbereich spricht, sieht der Marktführer EHL die Situation deutlich entspannter.

Nach einigen Jahren mit teilweise sehr bedeutenden Zuwächsen bei Mieten und Wohnungspreisen sei 2014 zwar Entspannung angesagt. Im Großraum Wien werden die Wohnungskosten nur mehr moderat, also in etwa im Ausmaß der allgemeinen Inflation, steigen, der strukturelle Nachfrageüberhang wird aber dafür sorgen, dass die Preise nicht unter Druck kommen und auch kein nennenswerter Leerstand entstehen wird. „Die Bäume wachsen nicht in den Himmel“, bringt Sandra Bauernfeind, Leiterin der Wohnungsabteilung von EHL Immobilien, die Entwicklung auf den Punkt. „Aber der Wohnungsmarkt hat eine solide Basis mit weiterhin positiven Perspektiven und wird Investoren auch in Zukunft solide Renditen bringen.“ Auf der Nachfrageseite ist die Entwicklung vor allem im unteren bis mittleren Preisbereich, also bei Kaufpreisen bis rund 400.000 Euro, überdurchschnittlich gut. Auch große Wohnungen in der gehobenen Preiskategorie ab etwa 750.0000 Euro werden weiterhin gesucht, hier sind aber die Ansprüche der Kaufinteressenten an die Objekte deutlich gestiegen. Etwas zurückhaltender ist die Nachfrage nach dem Mittelsegment. Hier macht sich die restriktive Kreditvergabe seitens der Banken bemerkbar, welche die Fremdfinanzierungen für Wohnungen in diesem Kostenbereich eher schwierig macht. Eine recht differenziert zu betrachtende Entwicklung zeichnet sich im absoluten Luxussegment ab. „Wirklicher Luxus wird auch weiter gefragt und bezahlt werden“, ist Bauernfeind überzeugt. „Wenn Entwickler meinen, dass viel Fläche und eine prominente Postleitzahl reichen, aber damit eigentlich nur Pseudo-Luxus bieten, wird die Vermarktung entsprechend schwierig sein.“