Immobilien Magazin

Schlammschlacht um Wohnbauvereinigung der GÖD

Beim gemeinnützigen Bauträger Wohnbauvereinigung der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (WBV-GÖD) läuft derzeit eine regelrechte Schlammschlacht. 2015 kaufte der Investor Christian Hosp über die Christian Hosp Beteiligungs GmbH die Gesellschaft zur Förderung des Wohnbaus, die Mutter der WBV-GÖD. Jetzt will der Aufsichtsratsvorsitzende der WBV-GÖD Stefan Gregorich den Deal rückgängig machen.

Autor: Stefan Posch

Derzeit ist der Status der Gemeinnützigkeit durch diese Übertragung in Gefahr. Um diese Gefahr zu bannen, wollen wir eine Rückabwicklung durchsetzen„, so Gregorich zum immoflash, der beim Kauf auch eine “persönliche Involvierung„ von Michael Tojner sieht, wie ein ihm “vorliegender Schriftverkehr nachvollziehbar„ belegen würde.

Michael Tojner bestätigt auf Anfrage des immoflash einen Kontakt zu Hosp bei dem Erwerb. “Ich kenne Herrn Hosp seit vielen Jahren und arbeite mit ihm in verschiedenen Bereichen immer wieder zusammen. Herr Hosp hat über meinen Hinweis die Geschäftsanteile an der Gesellschaft zur Förderung des Wohnbaus erworben. Ich berate ihn aufgrund meiner Erfahrungen im Immobilienbereich bei dieser Beteiligung„, erklärt Tojner.

Ein weiterer Streitpunkt sind die Verträge von Gregorich und des Geschäftsführers der WBV-GÖD Michael Baumgartner. “Vertragswidrig sollen die Geschäftsführung und der AR-Vorsitzende abberufen werden, obwohl diese Positionen bis 31.12.2018 zugesichert wurden„, erzählt Gregorich. Vonseiten der Christian Hosp Beteiligungs GmbH wird die Abmachung, die beim Verkauf 2015 getroffen wurde, bestätigt. An sich sei man einverstanden gewesen, dass Gregorich und Baumgartner bis Ende 2018 die Geschäfte weiterführen sollten - dies vorbehaltlich einer ordnungsgemäßen Geschäftsführung und Aufsichtsratstätigkeit. Bis dahin sollte ein neuer Geschäftsführer, der vom Käufer auszuwählen war, in die Gesellschaftsbelange eingeführt werden. In Vorbereitung haben man kürzlich Mitarbeiter in die WBV-GÖD entsandt. Diese hätten nach kurzer Zeit nachfolgenden Verdachtsfälle ans Tageslicht gebracht: Planungsaufträge, denen anscheinend keine Leistungen gegenüberstehen und Baurechtsliegenschaften, die mit den Alteigentümern nahestehenden Personen abgewickelt worden sein dürften. Als man bei einem Gespräch auf die Verdachtsfälle eingehen wollte, sei die Situation eskaliert.

Darüber hinaus habe Gregorich und Baumgartner neben den Verdachtsmomenten der nicht ordnungsgemäßen Geschäftsgebarung „haltlose Schritte der Diskreditierung und Rufschädigung gegen den neuen Eigentümer gesetzt“. „Zweck dieser Maßnahmen scheint die Verhinderung der Installierung eines neuen Geschäftsführers zu sein“, heißt es vonseiten der Gesellschaft, die einen Wirtschaftsprüfer für die Untersuchung der Verdachtsfälle beauftragt hat.

Gregorich sieht „die Vorwürfe seitens Christian Hosp als völlig haltlos“ an. „Bilanzen und makellose Prüfberichte durch den Revisionsverband sowie einstimmige Aufsichtsratsbeschlüsse bestätigen unsere Gebarung“, so Gregorich. Es gebe „keine aufsichtsbehördliche Genehmigung für die Anteilsübertragung“. Damit sei sie aus seiner Sicht absolut nichtig, so der Aufsichtsratsvorsitzende. Man wolle dem Ergebnis aus Respekt vor dem Verband nicht vorgreifen. Die Sonderprüfung wird in der kommende Woche beginnen.

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