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EU macht Infrastrukturimmobilien attraktiv

Neues Regelwerk für die Finanzbranche überrascht

Autor: Gerhard Rodler

Die EU will Banken und Versicherer zu mehr Investitionen in die Realwirtschaft ermuntern und vor allem Geldanlage in Infrastrukturimmobilien wesentlich attraktiver machen. Die EU-Kommission will es ihnen vor allem leichter machen, in die seit der Finanzkrise weitgehend verpönten Verbriefungen zu investieren, wie aus dem Regelwerk für die Finanzbranche hervorgeht.

Erleichterungen beschloss die EU nur für Investitionen in Infrastrukturfonds, nicht aber für Direkt-Investitionen. Für diese gelten ähnlich harte Kapitalvorschriften wie für hoch riskante Hedgefonds. Die Regeln sollen nach den Vorstellungen der Kommission bis 2018 noch einmal überprüft werden. Solvency II tritt Anfang 2016 in Kraft. Versicherer suchen angesichts niedriger Zinsen auf Staatsanleihen sichere und langfristige Kapitalanlagen und könnten beim Bau von Stromtrassen oder der Sanierung von Brücken in die Bresche springen, um die klammen Staatskassen zu schonen. Sie hatten sich für eine Gleichbehandlung von Infrastruktur-Maßnahmen mit Immobilien-Investitionen ausgesprochen.

Der ABS-Markt war nach der Finanzkrise weitgehend zusammengebrochen, nachdem sie Investoren reihenweise daran die Finger verbrannt hatte. Komplexe ABS aus den USA - etwa auf private Immobilienfinanzierungen - hatten sich oft als wertlos entpuppt. Einfach strukturierte ABS sieht die EU aber als probates Mittel, um die Konjunktur anzukurbeln, wenn Banken die Kreditrisiken nicht alleine tragen wollen. Dazu müssten sie aber „hohe Qualitätsstandards“ erfüllen. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) hat angekündigt, bestimmte Teile von ABS zu kaufen.