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Europas Immo-Markt vor Erholung

Investitionsvolumen bis 2022 auf Vorkrisen-Niveau

Autor: Stefan Posch

Nach der kurzfristige Unsicherheit aufgrund der Corona-Pandemie ist der gewerbliche Immobilienmarkt in Europa für eine Erholung gut positioniert. Laut dem EMEA Real Estate Market Outlook 2021 von CBRE dürfte das Investitionsvolumen bis zum Jahr 2022 wieder auf ein ähnliches Niveau steigen wie vor der Pandemie.

CBRE prognostiziert, dass die Gesamtinvestitionen in gewerbliche Immobilien in Europa im Jahr 2020 um 25 Prozent sinken wird, 2021 allerdings wieder um 5 bis 10 Prozent steigen sollten. Im zweiten Halbjahr 2022 sollte das Investmentvolumen wieder auf dem Niveau wie vor der Pandemie sein, vorausgesetzt, der Zeitplan für die Impfungen kann gehalten werden. Das Interesse an Immobilieninvestments sei nach wie vor hoch, insbesondere die Assetklassen Logistik, Mehrfamilienwohnbau und Prime Office in Top-Märkten. Dieses Interesse sollte voraussichtlich auch im Jahr 2021 anhalten. Der Einbruch bei den Umsätzen in Hotels sowie im Handel wird sich kurzfristig auf diese beiden Assetklassen negativ auswirken.

Das BIP in der Eurozone wird laut der Analyse im Jahr 2020 um 7,3 Prozent schrumpfen, um sich im Jahr 2021 um 4,6 Prozent zu erholen - vorausgesetzt, der Lockdown kann gelockert werden und eine flächendeckende Impfung ist zeitnah verfügbar. Die kurzfristigen Zinssätze werden voraussichtlich nicht vor 2023 steigen und CBRE erwartet, dass die Geldpolitik zumindest für die nächsten 18 Monate sehr locker bleibt, was sich positiv auf die Immobilienmärkte auswirken sollte.

Die Nachfrage nach Büroflächen in Europa ging in den ersten drei Quartalen 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 40 Prozent zurück. CBRE erwartet jedoch eine Erholung im Jahr 2021, da qualitativ hochwertige Büroflächen in zentralen Lagen weiterhin gefragt sein werden.

Es wird erwartet, dass die Leerstandsraten in ganz Europa weiter steigen, was den seit Beginn des ersten Quartals 2020 bestehenden Druck auf die Mieten verstärken wird. Unternehmen werden voraussichtlich vermehrt agile Konzepte umsetzen, bei denen pro Arbeitsplatz höherer Platzbedarf besteht. „2020 war eindeutig ein Jahr enormer Veränderungen für die Immobilienmärkte, da die Covid-19-Pandemie den Konjunkturzyklus abrupt beendet hat. Wie bei allen Krisen werden die Auswirkungen und die Erholung nicht in allen Sektoren und Regionen einheitlich sein, es werden sich dadurch aber auch neue Möglichkeiten ergeben. Aufgrund der absehbaren Einführung von Impfstoffen gehen wir von einer nachhaltigen Erholung ab 2021 aus“, erklärt Jos Tromp, Head of Research Continental Europe bei CBRE.