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Experten warnen

Wohnungsmarkt nicht überregulieren

Autor: Robert Rosner

Vor einer Überregulierung des heimischen Wohnungsmarktes warnten am Freitag Experten dieses Bereichs. Leistbarer Wohnraum könne nicht durch eine Senkung der Miet-Richtwert-Zuschläge erreicht werden, sagte der Tiroler Gemeinnützigen-Obmann Klaus Lugger. Damit vertreibe man nur Investoren freifinanzierter Wohnungen, die dem Sektor in vier schwierigen Wirtschaftskrisen-Jahren drübergeholfen hätten.

In Österreich müssten nur 5 Prozent der Bevölkerung mehr als 40 Prozent ihrer verfügbaren Einkommen für Wohnen und Energie ausgeben, sagte Amann. Dass seien zwar rund 400.000 Menschen, im EU-Schnitt sei die Quote mit 12 Prozent im Schnitt aber mehr als doppelt so hoch. Hierzulande werden im Schnitt 21,6 Prozent der Einkommen für Wohnen, Wasser, Energie aufgewendet – eine zumutbare Größe, die sich international sehen lassen könne. Im Neubau zähle Österreich bezüglich Leistbarkeit von Wohnraum, Wohnbauförderung (WBF) und dank der Verdienste der gemeinnützigen Bauträger zu den Besten.

Allerdings wünscht sich Amann von der neuen Regierung eine große Wohnrechtsreform, die sich vor allem das Bestandsrecht vorknöpfen sollte. Lugger, Chef der Neuen Heimat Tirol (NHT) und Aufsichtsratschef des Revisionsverbandes der Gemeinnützigen Wohnbauträger Österreichs (GBV), plädiert für eine Wiedereinführung der Zweckbindung der WBF-Mittel, aber nicht nur auf Bundesebene, sondern auch was die Rückflüsse in den Ländern betrifft. Und: Mietkauf-Modelle sollten bei der Umsatzsteuer günstiger gestellt werden.

Preislich haben Altwohnungen nachgezogen bzw. hielten sich die Preisanstiege neu errichteter Einheiten in Grenzen. Der Wohnungsaufwand hat in den letzten Jahren nicht viel stärker zugelegt als die Inflationsrate, lässt sich aus Statistik-Austria-Daten im Wohnhandbuch ablesen. Der durchschnittliche Wohnungsaufwand (inkl. Betriebskosten und Steuer) betrug zuletzt 2012 im Schnitt 5,83 Euro pro Quadratmeter für alle Wohnungen, bei Hauptmietwohnungen monatlich 6,69 Euro pro Quadratmeter. Das sind um 16 bzw. 23 Prozent mehr als im Jahr 2005, der VPI legte in diesen sieben Jahren in Summe um 16 Prozent zu.