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EXPO im Investmenttaumel

Immobilienboom wie vor der Blase

Autor: Gerhard Rodler aus München

Die diesjährige Expo Real in München war die mit Sicherheit stärkste seit Beginn der mittlerweile besucherstärksten Immobilienveranstaltung Europas. Noch nie hat so viel Eigenkapital nach dem sicheren Hafen Immobilien gesucht wie nie zuvor. Auch wenn der heute Nachmittag zu Ende gehende letzte Expo Real-Messetag (jedefalls bis zum heutigen Mittag) traditionell vergleichsweise ruhig verlaufen ist, so war diesmal eine Investmentstimmung wie in den zurückliegeden Boomjahren knapp vor dem Platzen der Immobilienkrise. Der Unterschied zu damals ist freilich, dass bei den Banken keine faulen US-Immoblilienkredite in Billiardenhöhe versteckt sind und dass diesmal der Spekulationsgedanken eher im Hintergrund ist.

Das hohe Maß an privaten Investorengeldern, die im Markt sind wird auch als wesentlicher Grund genannt, warum trotz der extrem intensiven Investmentaktivitäten und den immer noch weiter steigenden Preisen keine Immobilienblase in Sicht ist. Auch wenn es erste Unkenrufe in dieser Richtung auf der diesjährigen Expo Real zumindest hinter vorgehaltener Hand bereits gibt.

Das sogenannte Material an Immobilienobjekte, die sich für Investmentzwecke eigenen, ist indessen so knapp wie nie zuvor.Das macht Investoren einerseits genügsamer: die Renditen befinden sich weiter auf Talfahrt. In Österreich wird die durchschnittlich erzielbare Rendite für gute Büroobjekte mit nur noch 4,5 Prozent angegeben. Und der Trend zeigt eindeutig weiter nach unten. Gut möglich, dass sich die Büromarkt-Renditen in der Jahreshälfte 2016 bereits Richtung 4-Prozent -Grenze bewegen.

Andererseits kaufen Investoren immer früher. Der UBM beispielsweise gelang mittlerweile das Kunststück, Objekte sogar noch vor einer Baugenehmigung zu verkaufen.„Das geht freilich nur, wenn man einen entsprechenden track record hat. Die Investoren glauben uns sichtlich, dass wir die Dinge auch auf den Boden bringen,“ so UM-CEO Karl Bier zu immoflash.