Immobilien Magazin

EZB-Leitzins bleibt bei Null

Gestern erklärte die Europäische Zentralbank, wieder nicht an der Zinsschraube drehen zu wollen. Der Leitzins bleibt bis mindestens Ende dieses Jahres weiterhin bei 0,0 Prozent.

Autor: Charles Steiner

Das Geld bleibt weiterhin billig - mindestens bis Ende dieses Jahres. Gestern Nachmittag erklärte die Europäische Zentralbank, ihre Leitzinsen mit 0,0 Prozent weiterhin nicht antasten zu wollen und die Einlagefazilität bei 0,00, 0,25 bzw. 0,40 Prozent zu belassen. Seit März 2016 liegt der Zinssatz bereits auf dem historischen Tiefststand. Damit sollen Geschäftsbanken weiterhin mit billigem Geld versorgt werden. Davon könnten unter anderem auch Banken in Italien profitieren, die derzeit auf eher wackeligen Beinen stehen. In einer entsprechenden Pressemitteilung schreibt die EZB, dass die Zinsen mindestens über das Ende 2019 und „in jedem Fall so lange wie erforderlich auf ihrem aktuellen Niveau bleiben werden“. Und: „Die Kreditgeschäfte des Eurosystems werden so lange wie erforderlich und mindestens bis zum Ende der Mindestreserve-Erfüllungsperiode, die im März 2021 beginnt, weiterhin als Mengentender mit Vollzuteilung durchgeführt.“

Für die Immobilienwirtschaft bedeutet das: Mangels Alternativen bleibt der Investmentdruck weiterhin hoch. Billiges Geld füllt nach wie vor die Pipelines. Für Michael Ehlmaier, Geschäftsführenden Gesellschafter von EHL ist die Nachricht der EZB gestern Nachmittag eine sehr erfreuliche: „Die sehr positive Nachricht der EZB bringt der Immobilienwirtschaft weiterhin viele gute Jahre. Der Niedrigzins hat sich als wesentlicher Motor für die Immobilienbranche erwiesen. Der Boom der vergangenen Jahre geht damit nochmals in Verlängerung.“

Auch Andreas Ridder, Chairman CBRE Austria und CEE, sieht bei einer Anfrage des immo7 durch die Entscheidung weiterhin positive Jahre auf die Immobilienbranche zukommen: „Die Käuferlust bleibt nach wie vor hoch, es wird uns durch den Schritt noch viele Jahre gutgehen. Das Interesse an Immobilieninvestments bleibt weiterhin hoch, allerdings gehe ich nicht davon aus, dass die Preise hier noch weiter steigen werden.“ Der Markt dürfte sich in Richtung Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau einpendeln.