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Fachmärkte lösen EKZs in Investorengunst ab

Transaktionsvolumen rund 21 Prozent über Vorjahresniveau

Autor: Gerhard Rodler

Nach Angaben von Colliers International Deutschland stieg das Transaktionsvolumen auf dem Einzelhandelsinvestmentmarkt im ersten Halbjahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Im Rahmen von Paketverkäufen wechselten Immobilien im Wert von 1,7 Milliarden Euro den Eigentümer, was einem Marktanteil von gut 38 Prozent entspricht.

Bei den großvolumigen Portfolios hatten internationale Investoren die Nase vor den deutschen Anlegern. Bereits im ersten Quartal erwarb Morgan Stanley Real Estate vier ostdeutsche Einkaufszentren für rund 400 Millionen Euro. Im zweiten Quartal sicherte sich ein Joint Venture aus Pramerica und der schwedischen Pensionskasse Third Swedish National Pension Fund in zwei Tranchen ein aus insgesamt 88 Lebensmitteldiscountern und Supermärkten bestehendes Portfolio für rund 265 Millionen Euro von Taurus. In Summe legten internationale Investoren rund 2,1 Milliarden Euro in deutsche Einzelhandelsimmobilien an und erreichten damit einen Anteil von 47 Prozent am Transaktionsvolumen. Der größte Verkauf eines Einzelobjekts im zweiten Quartal und gleichzeitig zweitgrößter Einzeldeal des laufenden Jahres war jener der Kö Galerie in Düsseldorf, welche Blackstone und ECE für rund 300 Millionen Euro an Allianz Real Estate veräußerten.

Auf Fachmarktzentren und einzelne Fachmärkte entfielen in den ersten sechs Monaten des Jahres rund 43 Prozent des Transaktionsvolumens bzw. 1,9 Milliarden Euro. Damit überholten sie die sonst üblicherweise in Front liegenden Einkaufszentren, in welche im ersten Halbjahr etwa 1,3 Milliarden Euro angelegt wurden. Highstreet-Immobilien und Geschäftshäuser in zentralen Innenstadtlagen konnten 1,2 Milliarden Euro Anlagevolumen auf sich vereinen.

In den sechs Immobilienhochburgen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart wurde im zweiten Quartal vor allem aufgrund der Verkäufe der Düsseldorfer Kö Galerie, des Karstadt Sport in Hamburg für rund 110 Millionen Euro sowie des Lurup Centers ebenfalls in Hamburg für etwa 44 Millionen Euro ein deutlich höheres Transaktionsvolumen erzielt als in den ersten drei Monaten des Jahres, sodass Ende Juni in Summe knapp 1,2 Milliarden Euro zu Buche standen. Außerhalb der Topstandorte wurden hohe Volumina vor allem durch Portfolioverkäufe und den Verkauf eines 50-Prozent-Anteils am Oberhausener Einkaufszentrum CentrO für 535 Millionen Euro erzielt.