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Family Offices als Investmentstütze

Vorteil durch längeren Zeithorizont

Autor: Charles Steiner

Der Umstand, dass Family Offices zumeist über einen wesentlich längeren Anlagehorizont aufweisen als institutionelle Investoren, erweist sich im Zuge der Coronapandemie und den damit zusammenhängenden wirtschaftlichen Verwerfungen durchaus als Vorteil. Mehr noch: Sogar als wichtige Stütze für den Immobilieninvestmentmarkt, sollten die wirtschaftlichen Auswirkungen durch Corona härter ausfallen als erwartet. Das konstatiert DJ Van Keuren, Managing Director bei Evergreen Property Partners, in einem aktuellen Marktkommentar.

Denn anders als noch zur Subprime-Krise seien viele Family Offices gerade jetzt bereit, in notleidende Liegenschaften zu investieren. Vor allem im Hotelsektor ergeben sich da bereits verstärkte Aktivitäten. Während aber Private Equities, die institutionelles Geld etwa von Banken, REITS, Versicherungen oder Ähnlichem einsammeln und daher nicht nur schnell investieren wie auch entsprechende Renditen abwerfen müssen, wiesen Family Offices den Luxus des „geduldigen Kapitals“ auf. Zudem sind Private Equities bei der Akquise unter wesentlich stärkerem Zeitdruck, ungeachtet dessen, ob der Zeitpunkt gerade günstig ist oder nicht. Da Family Offices jedoch nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt in Immobilien investieren müssen, können sie es sich leisten, zu investieren, wenn sie eine Gelegenheit sehen. Diese Geduld ist es auch, die es Familien ermöglicht, ihre Immobilieninvestitionen viel längerfristig zu betrachten und Generationenreichtum zu schaffen. Vielleicht ist dies der Grund, warum die Mehrheit der Family Offices versucht, ihre Immobilieninvestitionen für 10 bis 15 oder sogar mehr als 15 Jahre zu halten. Van Keuren: „Family Offices sollten geduldig sein, ihre Due Diligence durchführen und über ihren Zeitrahmen entscheiden - nicht die Sponsoren. Besonders während der Pandemie.“