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Family Offices flüchten in Immobilien

Wollen Immo-Anteil in fünf Jahren auf 42 Prozent steigern

Autor: Charles Steiner

Waren Family Offices in der Vergangenheit mehr sicherheitsgetrieben, steigt mittlerweile ihre Risikofreudigkeit in Bezug auf Immo-Investments, einerseits, weil viel Geld am Markt vorhanden ist und andererseits aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase. In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Immobilieninvestments von Family Offices global stark erhöht und darin würden mittlerweile immer mehr Value Add-Investments zu finden sein. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Catella Research auf Basis von Expertengesprächen und Datenbankanalysen.

Dieser zufolge würden vor allem Single Family Offices verstärkt auf Immobilieninvestments setzen, während Multi Family Offices mehr alternative Investments forcieren würden. Aktuell liege der durchschnittliche Immobilienanteil von Family Offices bei 34 Prozent und soll bis 2025 auf 42 Prozent hochgeschraubt werden. Knapp die Hälfte würde dabei schwerpunktmäßig in Core plus investieren. Value Adds kommen immerhin auf knapp ein Viertel der Investments - worauf Catella Research schließt, dass diese zunehmend risikofreudiger agieren, weswegen diese Anlageklasse in den kommenden fünf Jahren auch als wesentlicher Bestandteil der Investmentstrategie erachtet wird.

Am liebsten würden Family Offices in Büroimmobilien investieren, allerdings gewinnen Wohn-Investments deutlich an Bedeutung. Bei Hotels und Sozialimmobilien rechnet Catella dafür mit der stärksten Nachfragesteigerung, ebenso bei Mikroapartments und Student Housing.

Die Investitionstätigkeit von Family Offices habe sich zudem in den vergangenen zehn Jahren verändert. 2010 investierten sie noch überwiegend zyklusunabhängig, was sich in einem außergewöhnlich hohen Residential-Engagement gerade nach 2012 widerspiegelte. Aufgrund des sinkenden Zinsniveaus und der steigenden Liquidität würden, so Thomas Beyerle, Head of Group Research bei Catella, Family Offices in andere Anlagemöglichkeiten mit dem Ziel des langfristigen Vermögensaufbaus und er Diversifizierung ziehen.