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Ferienhotels vor schnellem Comeback

Stadthotels werden aber länger kämpfen

Autor: Charles Steiner

Irgendwann wird die Coronapandemie ihr Ende finden und damit werden sich sukzessive auch wieder die Hotels füllen. Allerdings nicht alle in der selben Geschwindigkeit, wie eine Umfrage von mrp hotels unter 18 Expertinnen und Experten aus den Bereichen Finanzwesen, Hotelimmobilien, Hotelbetrieb, Städtetourismus, MICE, Trendforschung, Wirtschaftsberatung und Investment ergibt. Während nämlich der Städtetourismus pandemiebedingt noch eine gewisse Durststrecke vor sich haben wird, dürfte sich die Ferienhotellerie bereits im Laufe des kommenden Jahres erholen. Demnach schätzen die Experten, dass der Städtetourismus erst wieder 2024 wieder auf dem Niveau von 2018/2019 laufen wird, geht es bei Ferienhotels wesentlich schneller.

Durch den Ausfall von Fernreisen wird 2021 - wie auch schon 2020 - die innereuropäische (vor allem die kontinentaleuropäische) Ferienhotellerie durch Gäste aus dem eigenen Land (oder den Nachbarländern) profitieren. Ein Trend, dem auch Investoren und Developer, die bisher auf Stadthotellerie gesetzt haben, folgen werden. Denn: Fernreisen, wie gewohnt, dürften erst wieder 2022 anlaufen, weswegen Urlaub in Europa einen erheblichen Schub erfahren werde.

Anders allerdings bei Geschäftsreisen, Messen und Kongresse: Der Geschäftstourismus werde, so das Paper von mrp hotels, ein dauerhaftes Minus von 25-30 Prozent verzeichnen. Die Treiber dabei sind die zunehmende Digitalisierung, die Kostenreduktion bei Unternehmen, aber auch Nachhaltigkeitsthemen vor allem die Flugreisen auf Kurzstrecken betreffend. Für den MICE Bereich wird eine leichte Erholung ab dem Q2 / Q3 2021 erwartet: 30-40 Prozent der Messen und Kongresse sollten wieder stattfinden können. Dahinter steht der Wunsch der Menschen nach persönlicher Interaktion. Dennoch werden digitale und hybride Messeformate auf Dauer ein fester Bestandteil bleiben. Und: Nachhaltigkeit ist mehr als nur mehr ein „Label“, mit dem sich Unternehmen schmücken, sondern wird von den Reisenden aktiv nachgefragt und eingefordert werden. Damit - und auch aus einem Sicherheitsdenken heraus - wird der Massentourismus, wie wir ihn bis dahin gekannt haben, abnehmen und durch eine zunehmende Individualisierung abgelöst werden. Um die Krise im Hotelsektor stemmen zu können, fordert Martin Schaffer, Geschäftsführer und Partner von mrp hotels, gemeinsame Strategien, um wirtschaftlich nachhaltig planen und reagieren zu können: "Wir sehen anhand der Statements, dass die Unsicherheit in vielen Bereichen der Branche eine große ist. Das hängt auch damit zusammen, dass es beispielsweise keinen ,europäischen Weg', sondern nur Einzellösungen, die sich wöchentlich ändern, gibt.