Immobilien Magazin

Flexible Workspace hat noch viel Potenzial

Das neue Arbeiten und damit flexible Arbeitsplätze a la Co-Working-Spaces ist zwar in aller Munde - doch der Bedarf ist bei weitem nicht gedeckt. Der Immo-Investor und Entwickler Art-Invest sieht eine klaffende Angebotslücke.

Autor: Charles Steiner

Mit dem Laptop und dem Internet hat sich in der Arbeitswelt vieles geändert. Man ist nicht mehr an ein Büro gebunden, praktisch von überall aus kann man arbeiten. Das hat auch Co-Working-Spaces zu einem heißen Diskussionsthema innerhalb der Immobilienwirtschaft gemacht, mit entsprechender Büroinfrastruktur, die man je nach Bedarf und Verfügbarkeit nutzen kann, lässt sich das Business doch gut bewerkstelligen, hinzu kann man durch die offene Kommunikation auch Inputs von Menschen mit anderem Fachgebiet holen. Besonders Start-ups brennen für Co-Working-Spaces, denn eine Bürofläche zu mieten ist teuer, und in der Gründungsphase ist Geld in der Regel knapp. Immerhin: Es gibt mittlerweile Tausende Start-ups - und sie werden immer mehr.

Doch es hapert am Angebot für flexible Workspace - und zwar quer durch alle Länder, Österreich ist da keine Ausnahme. Der deutsche Immo-Investor und Entwickler Art-Invest, der auch in Österreich hochaktiv ist, hat dazu eine Studie durchgeführt. Und diese sieht eine klaffende Angebotslücke für solche Büroformen. Markus Wiedenmann, Geschäftsführender Gesellschafter und CEO der Art-Invest, erwartet bis 2030 ein Potenzial für solche Flächen zwischen 15 und 30 Prozent: „Angesichts dieses Potenzials ist die Lücke in diesem Segment immer noch sehr groß.“ Jedoch erfordert es für das flexible und kreative Arbeiten in Projektteams zunehmend ein entsprechendes Arbeitsumfeld.

Denn Co-Working-Spaces bedeuten für zeitlich befristete Projektteams sowie für kleinere Unternehmen wie Entrepreneure vor allem eines: Kostenersparnis. Je nach Bedarf könnten flexible Arbeitsplätze oder auch Konferenz- und Besprechungsräume hinzugebucht oder abgebaut werden. Dadurch lässt sich der Flächenbedarf in teuren Lagen spürbar reduzieren, wodurch auch die Mietbelastung sinkt. Damit bieten Flexible-Workspace-Betreiber in ohnehin schon teuren Büromärkten ihren Nutzern die Möglichkeit, zu attraktiven Konditionen in Lagen präsent zu sein, zu denen sie sonst keinen Zugang hätten. Doch es gibt Hindernisse, wie Holger Weber, Research-Chef bei Art-Invest erklärt: „Aktuell verhindert jedoch der derzeitige Angebotsengpass am Büromarkt eine zügigere Ausbreitung von Flexible Workspace. Ein nennenswertes Wachstum ist daher nur antizyklisch möglich.“

Dennoch: Zumindest in Deutschland wächst das Feld gewaltig. Während der Flächenumsatz 2008 in den deutschen Big-Seven mit 0,5 Prozent noch vernachlässigbar ist, ist dieser im Vorjahr auf sieben Prozent des gesamten Büroflächenumsatzes gewachsen. Dennoch sind Investoren bei Co-Working-Investments eher zurückhaltend, konstatiert Art-Invest, die ein Investmentvehikel, das sich speziell auf dieses Segment fokussiert, vermisst. Aufgrund der anhaltenden Trends zum Outsourcing und einer zunehmend wichtiger werdenden Flexibilisierung beim Arbeiten gehen wir davon aus, dass mittelfristig weitere internationale Player den deutschen Markt betreten werden und das Geschäftsfeld Workspace-as-a-Service spürbar an Bedeutung gewinnen wird", resümiert Wiedenmann. Das

werde die Voraussetzungen verbessern, diversifizierte Investmentprodukte für institutionelle Investoren anzubieten.