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Immobilienmarkt erstarkt

Weltweit wieder positive Stimmung

Autor: Gerhard Rodler

Trotz der zuletzt unruhigen Lage an den Finanzmärkten verbessern sich die wichtigsten Stimmungsindikatoren der weltweiten Immobilienmärkte weiter. Dies geht aus dem RICS Commercial Property Monitor für das dritte Quartal 2014 hervor.

Japan, Großbritannien und Neuseeland erholen sich weiter, und auch auf einigen europäischen Märkten, die von der Finanzkrise von 2008 besonders stark getroffen wurden, ist das Marktvertrauen deutlich gewachsen.

In Europa ist besonders die Wirtschaft in Ungarn dynamisch, was vor allem für die Mieterseite gilt. Die Nachfrage auf dem Mietmarkt ist gewachsen, was den Druck auf die Mieten für die kommenden 12 Monate erhöht. Dies ist auf den starken Beschäftigungsanstieg zurückzuführen, der sich in der ersten Jahreshälfte 2014 eingestellt hat.

In Russland ist die Stimmung dagegen gedrückt, was auf die Sanktionen zurückzuführen ist, die sich negativ auswirken und womöglich noch verschärft werden.In Deutschland und Österreich wird das bereits erreichte hohe Niveau immerhin gehalten.

In anderen Teilen Europas erholen sich einige der am stärksten von der Finanzkrise von 2008 getroffenen Märkte weiter. Das zeigt sich an der wachsenden Mieternachfrage und dem Interesse der Investoren. In Portugal, Spanien und Irland kehrt das Marktvertrauen seit 2013 zurück; ein Trend, der sich auch für die Zukunft abzeichnet. Die Aufwärtsbewegung wird die Mieterwartungen und die Preise für Gewerbeimmobilien mittelfristig wohl weiterhin stützen. In Großbritannien ist man sehr zuversichtlich, dass das jährliche BIP-Wachstum in beiden Bereichen über drei Prozent bleibt.

Wie auch in den letzten sechs Quartalen deuten die Stimmungsindikatoren für Japan darauf hin, dass sich die Investoren- und Mietermärkte auch zukünftig stark nach oben entwickeln, ganz besonders in den kommenden 12 Monaten. Diese hohen Erwartungen werden von den derzeit überaus günstigen Marktbedingungen noch weiter unterstützt.

Die Schwellenländer Brasilien, Indien, China und Südafrika (BRICS) bieten unterschiedliche Szenarien. Indien liegt bei der Stimmung am Markt vorne, hier wird ein beträchtliches Wachstum der Mieten und der Preise für Gewerbeimmobilien prognostiziert, das in den kommenden drei Jahren bei etwa zehn Prozent jährlich liegen soll. Eine große Rolle spielt dabei die indische Regierung, die vor Kurzem Real Estate Investment Trusts (REITs) zugelassen hat. Die Erwartungen gehen dahin, dass die Finanzierung von Gewerbeimmobilien so erleichtert wird.

In China wächst das Angebot schneller als die Nachfrage und zwar sowohl im Mieter- als auch im Investorensektor. Das deutet darauf hin, dass die Preisentwicklung bei Mieten und Gewerbeimmobilien in näherer Zukunft eher schwach ausfallen wird. Die Stimmung am chinesischen Immobilienmarkt blieb das zweite Jahr in Folge leicht negativ, seit 2009 geschieht dies zum ersten Mal. Auch in Südafrika lassen sich ähnliche Trends wie in China beobachten, doch hier ist das Investoreninteresse in den letzten drei Monaten gewachsen.

In Brasilien scheint das abschwächende Wirtschaftswachstum und das höhere Zinsniveau von der Immobilienbranche seinen Tribut zu fordern: Die Stimmungslage hat sich in allen Bereichen verschlechtert.