immoflash

Geld zum Tag: Geld und Frauen

Baufinanzierung: Frauen sind mehr als „nur“ Mitentscheider.

Autor: Gerhard Rodler

Frauen, die in einer Partnerschaft oder Familie leben, sind in zumindest 80 Prozent Mit-Entscheider bei großen Anschaffungen, etwa beim Autokauf, Urlaub, einem Wohnungsumbau oder bei der Wohnungseinrichtung. In annähernd 90 Prozent wird gemeinsam mit dem Partner entschieden, ob und wie gespart wird oder wie Rücklagen verwendet werden. Selbst wenn Frauen die Mehrverdiener in einer Partnerschaft sind, wird bei allen größeren Anschaffungen, die über Alltägliches hinausgehen, gemeinsam mit dem Partner entschieden. Doch wie sieht das bei der vermutlich nachhaltigsten Anschaffung, dem Erwerb einer Immobilie, eines Hauses oder einer Eigentumswohnung, verbunden mit einer Kreditaufnahme aus? Von den rund 5.000 Kreditsuchenden, die 2013 einen Kreditvergleich auf creditnet.at machten, war mehr als die Hälfte weiblich. Frauen informieren sich schon im Vorfeld, um sich spätere Enttäuschungen zu ersparen. Warum sind dann nur noch 21 Prozent der Kreditnehmer weiblich? Der Grund: Viele Frauen nehmen gemeinsam mit dem Partner einen Kredit auf, sind also nicht alleiniger Kreditnehmer und fallen daher aus der Abschluss-Statistik.

Andere nehmen nach Prüfung der Finanzierbarkeit Abstand von einer Finanzierung, wollen noch einmal überlegen oder abwarten. Der durchschnittliche Betrag, den Frauen fremd finanzieren, beträgt 191.000 Euro, bei einer Laufzeit von durchschnittlich 20 Jahren, bei 40 Prozent Eigenmitteln oder mehr. Creditnet-Geschäftsführer Wolfgang Maurer:„Je größer die persönliche Bonität, also ein guter Job in einem seriösen Unternehmen, bei ausreichend Einkommen und möglichst viel Eigenmitteln, umso besser sind die Kreditkonditionen. Das bedeutet umgekehrt, dass jene, die nur wenig Eigenmittel und weniger Einkommen haben, im Normalfall mit etwas schlechteren Bank-Konditionen rechnen müssen.“ Umso wichtiger, den Kreditvergleich machen zu lassen. „Wir vergleichen tagesaktuell die Konditionen von über 100 Banken und Bausparkassen und wissen, wer mit seinen Möglichkeiten und seiner Finanzierung bei welchem Bankinstitut am besten aufgehoben ist.“

Was sind die Wohnträume der ÖsterreicherInnen? Ganz vorne auf der Wunschliste stehen Kredite für den Kauf eines Einfamilienhauses (55 Prozent), gefolgt vom Kauf einer Eigentumswohnung (35 Prozent). Reihenhaus oder Doppelhaushälfte sind mit 9 Prozent weniger gefragt, Schlusslicht ist die Anschaffung eines Ferienhauses oder einer Ferienwohnung. Zwei Drittel aller Finanzierungen werden für den reinen Hauskauf verwendet, 25 Prozent für einen Neubau, 8 Prozent für Umbau und Renovierungen, das Schlusslicht sind Umschuldungen. Aufschlussreich ist auch die Verteilung der nach Kreditvergleich abgeschlossenen Online-Baufinanzierungen nach Bundesländern: An der Spitze steht Wien (42 Prozent), gefolgt von NÖ (21 Prozent), OÖ (10 Prozent), Steiermark (9 Prozent), Kärnten (4 Prozent) zu gleichen Teilen gefolgt von den westlichen Bundesländern und dem Burgenland.