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Gemeinnützige schwächen Preisauftrieb ab

Wifo sieht 1,3 Milliarden Euro Kostendämpfung pro Jahr

Autor: Stefan Posch

Die neue Studie „Ökonomische Wirkungen des gemeinnützigen Wohnbaus“, die vom Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen (GBV) beauftragt und vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung Wien (WIFO) durchgeführt wurde, sieht eine starke kostendämpfende Wirkung von gemeinnützigen Wohnbauten. Der Effekt wird auf rund 1,3 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Der Großteil entfällt dabei auf Miete. Der Vergleich des GBV-Wohnungsbestandes mit möglichst ähnlichen privaten Mietwohnungen zeigt, dass sich auch nach einer Bereinigung um strukturelle Wohnungscharakteristika (Größe, Ausstattung, Lage/Region) ein deutliches Preisdifferential ergibt. „Im Falle von Mietwohnungen liegt der Mietvorteil von GBVs gegenüber privaten Mietwohnungen bei rund 2,3 Euro je Quadratmeter, was einer durchschnittlichen monatlichen Ersparnis von 160 Euro entspricht. Besonders stark sind die Unterschiede in neu errichteten Gebäuden (3,0 Euro), aber auch bei älteren Wohnungen aus den 60er oder 70er Jahren liegen die Unterschiede noch bei über 2,0 Euro“, analysiert Michael Klien, Wohnbauexperte des WIFO. Auch regional gibt es Unterschiede: Der Wohnkostenvorteil der GBVs ist in Regionen mit einem angespannten Wohnungsmarkt besonders hoch. Gerade in Österreichs Städten, wo die privaten Mietpreise in den letzten Jahren besonders stark angestiegen sind, zeigt sich der entlastende Effekt für die Haushalte. Ebenso gibt es Unterschiede bei den Einkommensgruppen: Von den GBV-Mietvorteilen profitieren alle Einkommensgruppen - am stärksten die zwei unteren Einkommensfünftel, am geringsten das oberste Einkommensfünftel.

„Die Gründe für den hohen Mietvorteil liegen in unserer GBV-DNA: Das Agieren von GBVs unterscheidet sich deutlich von dem der gewinnorientierten Anbieter, aber auch vom staatlichen bzw. kommunalen Wohnbau“, hält Verbandsobmann Bernd Rießland fest. „Aufgrund der gesetzlich vorgegebenen Begrenzung der Profite und der kostenbasierten Preissetzung kommt es zu diesen Vorteilen. Die Mieten von GBV-Wohnungen sind infolgedessen um rund 22 Prozent pro Quadratmeter unter jenen von gewinnorientierten Anbietern“, so Rießland weiter. „Trotz hoher Neubauleistung in den vergangenen Jahren verdeutlicht der anhaltend hohe Preisunterschied, dass es immer noch eine hohe Nachfrage nach leistbarem Wohnen gibt. Der Beitrag der GBVs zur Dämpfung der Wohnkosten ist daher aktuell besonders groß“, betont Obmannstellvertreter Herwig Pernsteiner die Aufgabe der GBVs.