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Geringe Preisschere bei Grundstücken

Österreichweit unter zehn Prozent

Autor: Charles Steiner

Was Angebots- und tatsächliche Verkaufspreise anbelangt, so liegen die Vorstellungen zwischen Verkäufer und Käufer offenbar gar nicht so weit entfernt zueinander. Im Gegenteil: Einer aktuellen Analyse des Internetportals willhaben.at und IMMOunited zufolge liegt die Preisschere österreichweit unter zehn Prozent. Und: Die Vorstellungen von Käufern und Verkäufern rücken im Jahresvergleich zumindest bei 40 Prozent der österreichischen Bezirke zueinander.

Regional zeigen sich allerdings Unterschiede: Während in Eisenstadt-Umgebung die Differenz zwischen Angebots- und Verkaufspreis bei etwas mehr als 19 Prozent liegt, sind Verkäufer und Käufer in Liezen offenbar d'accord: Da liege die Preisdifferenz bei 1,37 Prozent. Tendenziell sinken die Differenzen bundesweit. Judith Kössner, Leiterin des Immobilienbereichs bei willhaben: „Nach dem deutlichen Rückgang in den vergangenen Jahren, blieb die Differenz zwischen den Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern diesmal relativ unverändert.“

Als mögliche Preistreiber orten willhaben und IMMOunited unter anderem eine überdurchschnittlich hohe Zahl teurer Baugründe, die dann aber nur selten tatsächlich auch verkauft werden. In diesem Fall werden sie entweder vom Markt genommen oder zu einem niedrigeren Preis verkauft, weswegen sich die Preisschere damit wieder öffnet. Das wiederum hat den Hintergrund, dass entweder bezüglich Bewertung und Lage zu hohe Preisvorstellungen vonseiten der Abgeber vorliegen, oder aber im Hochpreissegment trotz realistischer Vorstellungen eine zu geringe Käufergruppe vorhanden ist. Roland Schmid, Eigentümer und Geschäftsführer der IMMOunited: „Die Preisschere lässt sich nur durch die kontinuierliche Förderung der Transparenz am Immobilienmarkt schließen. Nur wenn allen Beteiligten die notwendigen Informationen vorliegen, können faire Deals zu realistischen Preisen gemacht werden.“ Generell wiesen die Grundbuchsdaten seit 2009 aus, dass rund elf Prozent der Baugrundstücke von gewerblichen Käufern gekauft wurden.