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Ghostcities zum Tag: China zittert

Immer mehr Geisterstädte entstehen im ganzen Land

Autor: Engelbert Abt

Mit dem Sonnenuntergang verschwinden die Straßen und Häuser in tiefer Finsternis. Die Laternen bleiben dunkel, keine Menschen gehen vorbei - der große Platz vor der Kirche in Shanghais Vorort Anting New wird komplett von der Nacht verschluckt. Doch auch acht Jahre nach dem Einzug der ersten Bewohner leben dort kaum Menschen. Chinesische Medien sprechen sogar schon von der deutschen Geisterstadt.

Denn für die Menschen in der Gegend ist Anting eine deutsche Stadt, weil sie von den Frankfurter Stadtplanern von Albert Speer & Partner (AS&P) entworfen wurde.

Anting reiht sich damit in eine lange Liste ein. In China geht die Angst vor Geisterstädten um. Häuser und Apartments galten als gute Geldanlage, und so schossen im ganzen Land neue Vororte oder ganze Städte wie Pilze aus dem Boden. Aber nun warnt selbst das Parteiorgan „Volkszeitung“ vor einer gewaltigen Immobilienblase: „Aufgrund von schlechter Planung werden aus vielen neuen Städte im Endeffekt Geisterstädte.“ Bereits 200 weitere Städte seien in Planung, kritisiert das Parteiblatt.

Auch einige der mächtigen Immobilienmogule stimmen in das Sorgenlied mit ein. Während in fast allen Großstädten Chinas die Hauspreise jährlich zweistellig in die Höhe schnellen, warnt der Chef von Chinas größtem Immobilienkonzern Vanke, Wang Shi: „Es gibt ganz offensichtlich eine Immobilienblase, und es ist möglich, dass sie außer Kontrolle gerät und platzt.“ Und auch der Multimilliardär Wang Jianlin spricht von den Gefahren von Chinas Immobilienboom.