Immobilien Magazin

Globale FM-Vergabe in den Kinderschuhen

Wenn es um die Vergabe von Facility Management-Leistungen geht, sind globale Synergieeffekte noch in weiter Ferne. Entweder werden Mandate einzeln oder im Paket vergeben. Das kann problematisch werden.

Autor: Charles Steiner

Immobilienportfolien können sich über den gesamten Erdball erstrecken - die Facility Management-Dienstleistungen tun dies aber nicht. Das war einer der Punkte, die bei der Trendanalyse Real Estate Management von Drees & Sommer im MyZeil in Frankfurt angesprochen worden sind. 200 Corporates und Property Companies aus der DACH-Region wurden befragt - und da zeigte sich ein klarer Trend. Allerdings ein kostenintensiver Trend. Denn 26 Prozent der Befragten vergeben FM-Dienstleistungen pro Objekt, ebenso viele im Paket und 21 Prozent der Unternehmen würden überhaupt nur einzeln vergeben. Länderspezifische Vergaben wurden von nur mehr 18 Prozent angegeben, mit neun Prozent laufen globale Vergaben überhaupt nur mehr unter ferner liefen.

Doch das kann schnell komplex und in Folge auch teuer werden. Verschiedene Dienstleister bedeutet auch verschiedene Rechnungslegungen, verschiedene Datenkanäle, keine zentrale Steuerung. Für Thomas Häusser, Partner bei Drees & Sommer, liegt es aber nicht nur an der Skepsis von Corporates gegenüber globalen Mandatsvergaben, sondern mitunter auch daran, dass es zu wenig Dienstleister auf dem Markt gäbe, die eine globale FM-Steuerung leisten können. Synergie-Potenziale, die durch großflächige Bündelung möglich seien, blieben so ungenutzt.

Ein eher durchwachsenes Zeugnis stellt Drees & Sommer im Bereich Nachhaltigkeit aus. Diese scheint nur im Verkaufsprozess selbst eine größere Rolle zu spielen, weil Investoren darauf achten. Denn 50 Prozent der Corporates gaben an, die Immobilie eigennutzen und nicht verkaufen zu wollen, weswegen eine Gebäudezertifizierung für sie keine Rolle spielten. Aber: Es gibt Hoffnung. So sind immerhin 41 Prozent aller befragten Immobilienmanager der Meinung, dass sich Gebäude mit Nachhaltigkeitszertifizierungen besser vermarkten. Nahezu jeder dritte zeigte sich überzeugt, dass sich die Mehrkosten für eine Zertifizierung durch einen geringeren Energieverbrauch amortisieren würde.