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Grazer Neubauboom geht weiter

Höhepunkt für 2022 erwartet

Autor: Stefan Posch

In Graz werden aufgrund des starken Bevölkerungswachstums sowie der damit einhergehenden Nachfrage nach Wohnraum mehr neue Wohnungen gebaut als in jeder anderen Landeshauptstadt Österreichs. Das zeigt ein Report zum Wohnungsneubau in Graz von CBRE, der erstmals publiziert wurde. Der Höhepunkt der Fertigstellungen wird für 2022 erwartet. Demnach werden bis 2030 werden rund 1,58 Millionen m² neue Wohnflächen bzw. rund 16.000 zusätzliche Wohneinheiten in der steirischen Landeshauptstadt benötigt. In den Jahren 2020 bis 2022 werden 8.685 Wohnungen werden fertiggestellt. 52 Prozent der Neubauten sind frei finanzierte Mietwohnungen, der Rest entfällt auf geförderte Mietwohnungen sowie Eigentumswohnungen, die allerdings primär als Vorsorgewohnungen verkauft und daher dem Mietmarkt zugeführt werden. Die meisten Wohnungen (5.797) entstehen in Lend, Gries und auf den Reininghausgründen. In den Flächenbezirken im Südwesten von Graz, Gösting bis Liebenau, werden 1.965 Wohneinheiten gebaut, in der Grünlage Nord-Ost - Andritz, Mariatrost Ries und Waltendorf - rund 600 und in den inneren Bezirken 323. Die aktuell angebotenen durchschnittlichen Kaufpreise pro Quadratmeter für Neubauprojekte liegen bei 3.581,00 Euro (Lend, Gries, Reininghausgründe) sowie 4.441,00 Euro (Innenstadt, St. Leonhard, Jakomini, Geidorf). „Die größten Projekte entstehen mit durchschnittlich 176 Wohneinheiten am rechten, westlichen Murufer, die kleinsten in der Grünlage im Nordosten“, analysiert Martin Ofner, Head of Research, CBRE.

Durch die andauernde Nachfrage nach Wohnraum in zentralen Grünlagen stiegen sowohl Miet- als auch Kaufpreise in Graz in den letzten Jahren. Während am linken (östlichen) Murufer - in den Bezirken Innere Stadt, Geidorf, St. Leonhard, Jakomini - die Mieten in Neubauprojekten bei 10,50 bis 13,00 Euro/Monat/m² liegen, sind diese rechts der Mur sowie im Südwesten deutlich niedrige r(9,00 bis 11,50 Euro/Monat/m²). Nach den Mietsteigerungen der vergangenen Jahre wird ab 2021 eine Stabilisierung des Mietniveaus erwartet.

Im Jahr 2019 wurden in Grazer Wohnimmobilien rund 250 Euro Millionen investiert. Der Wert von 2019 wird im Jahr 2020 - bedingt durch die Krise - nicht mehr erreicht werden. 51 Prozent des Investmentvolumens in den Jahren 2019 und 2020 in Graz gehen auf die Konten deutscher institutioneller Investoren. „Ausländische wie inländische Investoren schätzen die Kombination aus vergleichsweise niedrigen Kaufpreisen sowie moderaten und daher perspektivisch steigerbaren Mieten in Graz“,so Georg Fichtinger, Head of Investment Properties bei CBRE Österreich. Die Renditen für Wohnimmobilien liegen zwischen 3,00 und 4,20 Prozent und sollten 2021 stabil bleiben.