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Gute Renditen ziehen aufs Land

Ausgeprägte Unterschiede bei Wohninvestpreisen in der City

Autor: Gerhard Rodler

Die Nachfrage nach Immobilien im Osten Österreichs entwickelt sich stabil. Das zeigt die jährliche Markt-Analyse der Raiffeisen Gruppe in Niederösterreich, Wien und dem Burgenland. Aus Anlegersicht interessant sind vor allem regionale ländliche Zentren und die Regionen rund um Wien, da hier auf Grund der vergleichsweise niedrigeren Immobilienpreise bei gleichzeitig guter Vermietbarkeit noch gute Renditen zu erzielen sind. Im südlichen Niederösterreich und im Burgenland etwa sind 3 bis 5 Prozent Rendite durchaus realistisch.

Basis der Marktstudie sind rund 700 Immobilientransaktionen, die Raiffeisen Immobilien im Jahr 2013 in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland abgewickelt hat, sowie rund 200 im gleichen Zeitraum erstellte Bewertungsgutachten. Anders als viele Vorgänger-Studien, die ausschließlich Angebotspreise enthalten, basiert die Analyse somit auf den realen Preisen tatsächlich getätigter Abschlüsse und ermöglicht so eine realistische Markteinschätzung. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Mietobjekten – ein Novum in Niederösterreich, das in der Vergangenheit ein reiner Eigentums-Markt war. Denn immer mehr, vor allem junge, Wohnungssuchende wollen das finanzielle und organisatorische Wagnis eines Kaufes nicht eingehen und finden die Lösung bei Mietobjekten.

Wie schon in den Vorjahren war der Immobilienmarkt in Niederösterreich auch 2013 von starken regionalen Unterschieden geprägt. Während man in Klosterneuburg für ein neuwertiges Einfamilienhaus in guter Lage mit durchschnittlicher Grundstücksgröße im Schnitt 2.600 Euro/m² Wohnfläche berappen muss, ist ein Objekt in vergleichbar guter Lage im Bezirk Waidhofen an der Thaya um weniger als ein Drittel, genauer gesagt um 835 Euro/m² zu haben. Klassische Hochpreis-Bezirke sind weiters Krems Stadt (bis zu 2.300 Euro/m²) und Korneuburg.

2014 ist in den meisten Regionen Niederösterreichs mit gleichbleibend hohen Immobilienpreisen zu rechnen. Preiszuwächse zwischen 3 und 5 Prozent prognostizieren die Experten der RIV jedoch für die Großräume Krems und St. Pölten sowie für die Regionen Bruck/Leitha, Hollabrunn und Stockerau. Der Bezirk Bruck an der Leitha verzeichnet starke Nachfrage von Zuzüglern sowohl aus Wien wie Bratislava. Stockerau ist Hoffnungsgebiet für viele Wiener, die es „raus ins Grüne“ zieht.

Der Bezirk Hollabrunn profitiert von günstigen Immobilienpreisen (1.000 bis 1.300 Euro/m²), geringer Entfernung zur Bundeshauptstadt Wien, kombiniert mit guter Infrastruktur und Verkehrslage. Immobilienpreis-Spitzenreiter unter den burgenländischen Bezirken ist Neusiedl am See. Für eine Bleibe am beliebten „Meer der Wiener“ muss man hier tief in die Tasche greifen, ein Einfamilienhaus in Top-Lage kostet im Schnitt bis zu 2.500 Euro/m².

Noch stärker als in Niederösterreich und dem Burgenland sind die regionalen Preisunterschiede bei Immobilien in Wien ausgeprägt, was vor allem auf das hier besonders stark vertretene Luxus-Segment zurückzuführen ist. So rangieren die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen in Wien derzeit im Schnitt zwischen 7.600 Euro/m², für Eigentumswohnung muss man im 1. Wiener Gemeindebezirk durchschnittlich sogar 9.477 Euro/m² hinlegen, während sie im 11. Bezirk um wohlfeile 2.632 Euro/m² angeboten werden.