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Hans Hollein (1934 – 2014)

Ein Nachruf

Autor: Robert Rosner

Mit Hans Hollein ist einer der wenigen österreichischen Stararchitekten gestorben, der mit seinen Bauten weltweit Erfolge feierte. Der gebürtige Wiener, der sich mit Werken wie dem Haas Haus am Stephansplatz in das architektonische Gedächtnis einschrieb, hatte erst am 30. März seinen 80. Geburtstag gefeiert - den Feierlichkeiten wegen einer Lungenentzündung aber bereits fernbleiben müssen.

In seiner Heimatstadt Wien hat der Clemens-Holzmeister-Schüler zunächst lange nur kleinere Projekte verwirklichen können, mit denen er aber für erstes Aufsehen sorgte. So konzipierte er nach dem 1956 erworbenen Diplom der Wiener Akademie der bildenden Künste und einem Studium in den USA 1965 für die Kerzenboutique „Retti“ am Kohlmarkt einen winzigen Laden, für den er gleich den renommierten Reynolds-Preis erhielt. 1985 wurde Hollein - als bisher einziger Österreicher - mit dem renommierten Pritzker-Preis ausgezeichnet.

Sein extrovertiertes Haas Haus (1985 bis 1990) gegenüber dem Stephansdom wurde von SPÖ-Bürgermeister Helmut Zilk gegen zahlreiche Widerstände durchgesetzt. Dann folgten mit zeitlichem Abstand weitere Großprojekte wie etwa der Media-Tower am Schwedenplatz (2001) oder zwei Jahre darauf der dominante „Soravia Wing“ als neues Markenzeichen der Albertina. Auch der Umbau des Hotel Hilton und das angrenzende Bürohaus „Die Welle“ tragen die geschwungene Handschrift Holleins.

Dabei begleitete er seine architektonischen Visionen immer aus theoretischer Sicht und stellte mittels Zeichnungen, Collagen oder Skulpturen Grundfragen an Raum und Bebauung, die sich um die Grundformen von Kubus, Konus und Welle drehten. So gelangten auch nicht realisierte Vorhaben des Grandseigneurs - allen voran das für Guggenheim geplante Museum im Salzburger Mönchsberg - zu Ruhm. Zwei aktuelle Projekte kann Hollein nun nicht mehr persönlich vollenden: Im peruanischen Lima soll 2015 das Computer- und Servicecenter der Interbank fertig werden, der 200 Meter hohe SBF Tower in der chinesischen Millionenmetropole Shenzhen wird voraussichtlich 2016 eröffnet.