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Harter Kampf um Logistikflächen

Fullfillment-Zentren rücken in die Stadt

Autor: Charles Steiner

Die entscheidende Schlacht zwischen dem stationären Einzelhandel und dem E-Commerce wird innerhalb der Stadt ausgetragen. Denn der Trend zum Same-Day-Delivery lässt Logistik- und Lagerflächen immer näher in die Stadt rücken, städtische Micro-Fulfillment-Zentren liefern dabei die notwendige Infrastruktur. Das macht eben diese Lagerflächen auch für Investoren interessant. Laut dem aktuellen Warehouse Cost Index des globalen Beratungsunternehmens Turner & Townsend, der 44 globale Standorte misst, seien diese Flächen bei 79 der Befragten als am zweitbeliebtesten nach hochautomatisierten Lagern betrachtet worden.

Doch solche Lager sind rar, weswegen im innerstädtischen Bereich vor allem die Umnutzung leerstehender Flächen im Vordergrund steht. Das habe auch zu kreativen Lösungen geführt, etwa von stillgelegten Tiefgaragen über leerstehende Geschäftslokale bis hin zu leerstehenden Büros, die als potenzielle Distributionszentren angesehen werden. In den Vereinigten Staaten ist dieser Trend bereits voll angekommen. Amazon zum Beispiel konzentriere sich auf Zombie-Einkaufszentren. Aber auch Kleinstflächen würden bereits für die Last-Mile-Logistik umgenutzt werden.

In Österreich gibt es, was Logistikentwicklung betrifft, jedenfalls viel Potenzial, geht aus dem Warehouse Cost Index hervor. Anhand eines durchschnittlichen institutionellen Logistikprojekts in UK sind hierbei die Bau- und Grundstückskosten gemessen und als Benchmark gesetzt worden. Wien liegt mit einem Index von 0,98 darunter. Zum Vergleich: Mit 1,69 liegt Hongkong als einer der wichtigsten Umschlagplätze für China aber auch für den Westen klar darüber. Allerdings seien durch die gestiegenen Rohstoffpreise und dem Handelskrieg zwischen USA und China und die daraus resultierende Beeinträchtigung der Import-/Exportlandschaft die Baukosten gestiegen und damit die Lagerbautätigkeiten abgekühlt. Ebenso geht aus dem Warehouse Cost Index hervor, dass der harte Wettbewerb um Lagerflächen die Kosten in den dominierenden globalen Industriemärkten in die Höhe getrieben hat. Vor allem Logistikflächen in der Nähe wichtiger Verkehrsknotenpunkte mit schnellem Zugang zu hohen Verbraucheragglomerationen hätten hier massiv an Fahrt gewonnen. Damit ergibt sich durch den Wiener Index mit 0,98 für internationale Investoren allerdings noch weiteres Potenzial an solchen Flächen.