Immobilien Magazin

Haus, das Zins bringt

Der Wiener Zinshausmarkt hat sich 2016 auf hohem Niveau stabilisiert. Das macht auch die Bundesländer für Anleger interessant, sagt Gerhard Hudej von Hudej Zinshäuser.

Autor: Charles Steiner

Sie haben ja die Zinshäuser in Wien und den Bundesländern analysiert. Wie sieht der Markt in den Landeshauptstädten aus? Gerhard Hudej: Der Zinshausmarkt in den Bundesländern wird von uns schon seit vielen Jahren beleuchtet, wir haben neben unserer Wiener Zentrale Standorte in Salzburg und Graz, unser jüngstes Kind ist Linz. Die Landeshauptstädte sind interessante Zinshaus-Märkte, aber man muss sich akribisch mit ihnen befassen und selbst vor Ort sein. Es ist interessant, wie unterschiedlich die Märkte in den einzelnen Landeshauptstädten sind. So gab es 2016 beispielsweise in Graz 79 Transaktionen und ein Marktvolumen von rund 71 Millionen Euro, hingegen in Salzburg mehr als das Doppelte an Volumen bei einem Drittel der Transaktionen. In Salzburg hatten wir vergangenes Jahr ein fantastisches Jahr, obwohl uns niemand zugetraut hatte, dass es dort überhaupt einen Markt gibt. Für unsere Kunden sind die Hauptstädte sehr interessant, weil sie eine vielversprechende Alternative zum Wiener Markt darstellen, der sich auf hohem Niveau stabilisiert hat. Dennoch ist Wien mit Abstand der wichtigste Markt.

Oft hört man, dass der Zinshausmarkt in Wien sehr schnelle Transaktionszeiten habe. Stimmen Sie dem zu? Hudej: Das war schon immer so, das hat sich eigentlich nicht geändert. Es gibt spezielle Objekte, die ganz schnell gedreht werden, auf der anderen Seite gibt es Objekte, die sind jahrelang auf dem Markt, ehe sie einen Käufer finden. Der Zinshausmarkt ist ein sehr spezieller Markt - einerseits schnell, andererseits auch geduldig. Man könnte also sagen: sowohl als auch. Die Transaktionsgeschwindigkeit und der Kaufpreis hängen immer vom Objekt und vom Zeitpunkt ab.

Warum konzentrieren sich die meisten nur auf Wien? Hudej: Die Bundeshauptstadt ist fast zehn Mal so groß wie die nächstkleinere Landeshauptstadt Graz. Aber die Landeshauptstädte sind interessant, weil eben auch dort Menschen wohnen und weil sie hohes Wachstumspotenzial aufweisen. Es ist ein Irrtum, wenn man sagt, es gebe nur in Wien einen Markt. Das ist in etwa so, wie wenn man sagt, alle Menschen würden in Wien leben. Wir haben in dem Zusammenhang so positives Feedback von unseren Kunden, die sich sehr wohl Häuser in Graz, Linz oder Salzburg kaufen.

Sind die Bundesländer deshalb interessant, weil die Preise in Wien schon so hoch sind? Hudej: Wie schon angedeutet, haben sich die Preise in Wien auf hohem Niveau stabilisiert. Die Bundesländer bzw. vor allem deren Hauptstädte bieten diesbezüglich teilweise größeres Potenzial nach oben. Eine Sonderstellung nimmt Salzburg ein, wo die Preise jetzt schon sehr hoch sind. Dennoch interessierten sich letztes Jahr vor allem einige Privatstiftungen für Liegenschaften in der Festspielstadt. Generell gilt für Wien genauso wie die Landeshauptstädte: Man muss persönliche Kontakte pflegen und sich intensiv mit dem jeweiligen Markt beschäftigen, um den bestmöglichen Preis erzielen zu können. Ein Haus ins Internet zu stellen und zu warten bis wer anbießt, ist kein Erfolgsmodell.

Danke für das Gespräch.

Zum Unternehmen

Hudej Zinshäuser – Geschäftsführer ist Gerhard Hudej – ist im Zinshausbereich neben Wien auch mit Standorten in Graz, Salzburg und jüngst auch in Linz vertreten. Im Vorjahr konnte Hudej Zinshäuser Transaktionen im Wert von 300 Millionen Euro begleiten, was eine Verdoppelung des Volumens von 2015 bedeutet. Laut Erhebung von Hudej wurden in Wien Zinshäuser im Wert von 1,29 Milliarden Euro gedreht, in Salzburg rund 153,5 Millionen Euro und in Graz rund 71,3 Millionen Euro.

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