Immobilien Magazin

Heumarkt: Keine Hochhäuser mehr in Innenstadt

Die Causa Heumarkt wird wiederum Thema bei der heutigen Gemeinderatssitzung. Rot-Grün will einen Beschluss, nach dem Wertinvest-Projekt keine weiteren Hochhäuser zu genehmigen, erwirken.

Autor: Charles Steiner

Nachdem die Stadt Wien die städtebaulichen Verträge rund um das Heumarkt-Areal veröffentlicht hat und das heikle Thema auch in einer gestrigen - durchaus turbulenten - Sondergemeinderatssitzung auf's Tapet gebracht hatte, will die Rot-Grüne Koalition mit einem weiteren Antrag die Kritiker besänftigen. Denn, so die Wertinvest das Heumarkt-Areal tatsächlich bauen darf, soll ein Antrag weiteren Hochhäusern in der Inneren Stadt einen Riegel vorschieben. Wortwörtlich heißt es in besagtem Antrag, dass sich die Stadt Wien dazu bekenne, „dass in der Inneren Stadt keine neuen Hochhausstandorte, keine zusätzlichen Hochhäuser sowie keine Aufstockungen von bestehenden Hochhäusern geplant und verordnet werden.“ Weiters wurde im Antrag bekräftigt, die historisch gewachsene Silhouette der Innenstadt zu erhalten.

Mit diesem Antrag will man offenbar sowohl Kritiker in der Stadtpolitik, die sich gegen das Heumarkt-Projekt stellen, zumindest einigermaßen zufriedenstellen, andererseits auch in Richtung UNESCO das Signal setzen, dass es mit dem Heumarkt dann auch wieder genug sei mit Hochhaus-Projekten in der Innenstadt. Denn diese hatte ja gedroht, den Weltkulturerbestatus abzuerkennen - was Gegner des Projekts zur Vermutung hinreißen ließ, dass wenn der Status aberkannt ist, noch mehr Hochhäuser in der Innenstadt gebaut werden könnten.

Befürworter des Projekts, etwa der SP-Gemeinderat Omar Al-Rawi, argumentierten beim gestrigen Gemeinderat, dass der benötigte Platz - trotz möglicher Hochhausphobie - in einer wachsenden Stadt nur durch Nachverdichtung generiert werden könne, wolle man den 50-prozentigen Grünanteil der Stadt erhalten. Die Opposition lehnt das Projekt ab und will zum derzeitigen UNESCO-Status ein klares Bekenntnis. Ob es in der heutigen Sitzung zu einer Einigung kommt, ist fraglich. Der städtebauliche Vertrag, der auch die Sanierung und Nutzung des WEV-Areals regelt, ist bislang nur von der Wertinvest unterschrieben worden.

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