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Hochhaus neben Millennium Tower geplant

Wohnbau soll bis zu 145 Meter hoch werden

Autor: Stefan Posch und Gerhard Rodler

Bis vor kurzem wurden auf dem mittlerweile abgerissenen Fabriksareal direkt neben dem Millennium Towar am Handelskai noch Ofenrohre gefertigt und vertrieben. Dann ist die Traditionsfirma Bertrams nach Jois im Burgenland übersiedelt. Letztlich konnte die bislang eher auf Altbausanierungen spezialisierte Wohnbaufirma Premium Immobilien AG das Rennen um den Erwerb der Liegenschaft für sich entscheiden. Pikanterie am Rande: Schon der Entwickler des Millennium Towers, Georg Stumpf hatte seinerzeit ein Auge auf diese Liegenschaft geworfen, mehr als eineinhalb Jahrzehnte hat es aber dann doch noch gedauert, bis sie tatsächlich verfügbar geworden war.

Windfall-Profit für Premium ist, dass sich die Wiener Stadtregierung erst kürzlich auf ein neues Wiener Hochbaukonzept - zur besseren Ausnutzung der wenigen noch verfügbaren Bauflächen in Wien - verständigt hat. Das geplante Hochhaus neben dem Millennium Tower, das vergangene Woche der Stadtentwicklungskommission präsentiert wurden, ist das erste Projekt dieser neuen Serie. Geplant ist ein Hochhaus mit bis zu 145 Meter Höhe. Damit wird der Bau die Höhe der Kante des Millennium Tower erreichen.

Für Premium ist das Projekt insofern Neuland, da das Unternehmen bislang noch keinen Hochhausbau in Wien realisiert hat. Mindestens die Hälfte der Nutzfläche, die deutlich mehr als 20.000 m² umfassen wird, sind für Wohnungen vorgesehen, die meisten davon als sozial gebundenen Wohnraum. In dem Sockel werden Geschäftsflächen und auch ein Kindergarten entstehen. Ein Einkaufszentrum ist aber nicht geplant. Eine Brücke soll das Projekt, ähnlich wie beim Millennium Tower, mit dem Donauufer verbinden. Derzeit ist das Grundstück noch als Gewerbegebiet und auf die Bauklasse V (höchstens 26 Meter Bebauungshöhe) gewidmet. Der südwestliche Teil darf derzeit sogar nur bis höchstens 21 Meter Bebauungshöhe (Bauklasse IV) und nur zu 60 Prozent bebaut werden. Eine Umwidmung ist somit für den Baustart, der wohl nicht vor 2019 vonstatten gehen wird, Voraussetzung. Laut Premium soll schon in den kommenden Wochen ein Realisierungswettbewerb gestartet werden. Im Frühjahr 2017 soll dann das Siegerprojekt vorgestellt werden. Über die Finanzierung wollte Premium auf Nachfrage noch keine Auskunft geben.

„Das kann ein spannendes Projekt werden, wenn eine Durchlässigkeit gewährleistet wird und eine Wandbildung durch eine zu üppige Bebauung verhindert werden kann“, so ÖVP-Gemeinderätin Elisabeth Olischar gegenüber dem immoflash. Wichtig sei es, „nachdem es doch kein unwesentliches Entwicklungsprojekt ist, wichtige Stakeholder zu einem frühen Zeitpunkt in die Planung miteinzubeziehen“, so Olischar weiter. Die für Stadtplanung und Stadtentwicklung zuständige Gemeinderätin vermisst bei dem Konzept noch eine Verkehrsplanung und hofft, dass „sich mit dem Projekt keine Schlafburg entwickeln wird“.

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