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Hochtief am Spartripp

Rotstift wird in ganz Europa angesetzt

Autor: Gerhard Rodler

Der deutsche Baukonzern Hochtief – auch in Österreich aktiv - setzt in seinem Europa-Geschäft mit rund 9.000 Mitarbeitern den Rotstift an. Geplant ist unter anderem ein Stellenabbau, über dessen Höhe sich die Tochter der spanischen ACS allerdings noch ausschweigt. Laut deutschen Medienberichten würden mindestens 800 Stellen gestrichen, im schlimmsten Fall sogar bis zu 2.000.

Derzeit laufen die Gespräche mit den Mitarbeitern an. Ziel sei es, das in Hochtief Solutions gebündelte Europa-Geschäft wieder wettbewerbsfähig zu machen. Die "Wirtschaftswoche" berichtete unter Berufung auf eine E-Mail von Bereichsvorstand Nikolaus Graf von Matuschka an die Mitarbeiter, Hochtief wolle "möglichst auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten und die Reduzierung durch individuelle, einvernehmliche Vereinbarungen" erreichen. Im Europa-Geschäft habe Hochtief in den vergangenen Jahren "Renditen unterhalb der Kapitalkosten" erwirtschaftet.

Hochtief Solutions beschäftigt in Europa nach dem Verkauf des Service-Geschäftes noch rund 9.000 Mitarbeiter, 4.500 davon in Deutschland. In Österreich sind laut FirmenCompass bei Hochtief Construction Austria im Vorjahr 61 Menschen beschäftigt gewesen, fast doppelt so viele wie 2011. Der neue Konzern-Chef Marcelino Fernandez Verdes hatte bereits angekündigt, im Europa-Geschäft die Kosten drücken zu wollen, bis zu 60 Millionen Euro sollen gespart werden.

Der Manager hatte dem Konzern einen Umbau verordnet, der sich im zweiten Quartal mit einem Gewinnsprung auszahlte. Das Service-Geschäft mit knapp 6.000 Mitarbeitern hat er an die französische Spie-Gruppe verkauft. Auch die Flughafen-Beteiligungen veräußerte der Konzern. Damit hat Verdes seine Verkaufsliste aber noch nicht abgearbeitet. Für Immobilienentwickler - unter anderem auch die Immobilien-Tochter Aurelis, an der der Konzern rund die Hälfte der Anteile kontrolliert - sucht Verdes strategische Partner oder will sie veräußern.