Immobilien Magazin

Hongkonger sorgen für Immobilienboom in Japan

In Hongkong befinden sich die Immobilienpreise gerade in stratosphärischen Höhen. Investoren aus der Sonderverwaltungszone suchen deswegen nach Alternativen. Der japanische Immobilienmarkt profitiert gerade besonders vom Geld aus der einstigen britischen Kronkolonie.

Autor: Stefan Posch

Warum Hongkonger Immobilieninvestoren sich gerade in Japan umschauen, hat laut einem Artikel der Tageszeitung South China Morning Post mehrere Gründe. Zu einem gibt es in Japan, im Gegensatz etwa zu Kanada oder Australien, keine zusätzlichen Gebühren, Steuern oder Regulierungen für ausländische Immobilienkäufer. Auf den Philippinen oder auch in Thailand dürfen Ausländer zwar eine Wohneinheit erwerben aber nicht das Grundstück, auf das es steht. Zudem schwächelt gerade der Yen und die Regierung unter Premierminister Shinzō Abe verfolgt eine aggressive Wachstumspolitik, die Kritiker als Ausverkauf Japans bezeichnen. Auch bei den japanischen Banken hat ein Umdenken stattgefunden. Heute sind diese offener, was die Kreditvergabe für Ausländer betrifft.

Die Boom für japanische Immobilien lässt sich auch in den Zahlen ablesen. Laut einer Studie von CBRE stieg das Transaktionsvolumen im 1. Quartal 2017 auf 1,3 Billionen Yen (10,07 Milliarden Euro). Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das eine Steigerung um mehr als die Hälfte (51 Prozent). Das Volumen bei Wohnimmobilien stieg sogar um das 2,7-fache auf 330 Milliarden Yen (2,56 Milliarden Euro). Die Wohnimmobilienpreise stiegen seit dem Jahr 2013 zwischen 30 und 40 Prozent. Die durchschnittliche Rendite liegt aktuell zwischen 3 und 4 Prozent.

„Tokio, wo die Olympischen Spiele im Jahr 2020 stattfinden werden, ist derzeit die beliebteste Stadt, aber Osaka und Kyoto haben seit 2016 auch viel Aufmerksamkeit von ausländischen Investoren erhalten“, wird Toshio Kazuno, Manager beim Unternehmen LIFULL, das eine große Messe für japanische Immobilien in Hongkong organisiert, in dem Artikel zitiert. „Ich glaube, es ist wichtig, in Orte mit einer hohen Bevölkerungen zu investieren“, empfiehlt Kazuno.

Die Leute in Hongkong kaufen Immobilien in Übersee aus verschiedenen Gründen, erklärt Neo Cheung Wing-tat, CEO des Hongkonger Immobiliendienstleisters Convoy International Property Consulting, in dem Bericht der South China Morning Post. „In Großbritannien ist die Immobilie für die Ausbildung der Kinder, in Australien für die spätere Pension und in Japan ist sie eine Investition.“

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